125 Dritter Abschnitt.
zum Kriege gegen die von Schwicheldt verbunden hat; daß in diesem Kriegsdenen von Schwicheldt das Schloß Wiedela entrissen und der Stadt Braun-schweig in Pfand besitz eingethan war.
Im Jahre 152Y entbietet (Nro. 136.) der Bischof dem Rathe der StadtBraunschweig, daß derselbe dieses Schloß denen von Schwicheldt wieder über-geben, diese Uebergabe jedoch im Uebrigen das Bündniß gegen die vonSchwicheldt nicht kraftlos machen solle. Wie reimt sich dieß mit einander?Ein Bündniß zur Feindschaft gegen Jemand schließen; dem Feinde im des-fallsigen Kriege eine Besitzung entreißen, und doch wahrend fortdauerndenBündnisses zur Feindschaft dem Feinde die entrissene Besitzung wieder ein-räumen, dürfte doch im gewöhnlichen Gange der Dinge einen Widerspruch mitsich selbst in sich zu schließen scheinen. Freilich können und müssen besondereUmstände obgewaltet Haben, welche dieß Verfahren rechtfertigen. Vielleichtwar es Bedingung behuf Lösung angesehener bedeutender Gefangenen. Dochwer vermag dasjenige zu durchschauen, was ein dichter, fester Schleier deckt,ohne im Stande zu seyn, ihn wegzuziehen. So viel ist inzwischen gewiß, daßjener Krieg den Gebrüdern Brand und Conrad sen. von Schwicheldt empfind,liche Wunden in Hinsicht ihres Vermögens geschlagen haben müsse, indem siein dem folgenden Zeitraume häufig Geld angeliehen haben. So erborgten sieim Jahre 1528 von dem Bürger Randwich zu Goslar 50 Gfl. und im Jahre1530 von dem Bürgermeister Diedrich Breyer und dem Rathsherrn Conradvon Hüddessem zu Hildesheim 550 Gfl., für welche letztere Summe sie mitEonsens des Bischofs Magnus,, auch ihrer Brüder und Vettern die Mühle zugroßen Förste antichretisch versetzten. So verkauften sie auch unter Zustimmungihrer Brüder und Vettern den Zehnten am Sudmerberge vor Goslar anno1535 für 150 Gfl. an das Kloster Woltingerode.
Mittlerweile war der alte Stamm der Grafen von Werningerode mit demAbsterben des Grafen Heinrich erloschen, und dessen Güter an den Grafen