Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
88
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Das geldrische Kriegsvolk erlitt inzwischen bald auchdasselbe Mißgeschick, wie das übrige. Mehrere der mu-thigsten Ritter verloren bei kühnen Angriffen das Leben;Ncinicr der Esel, Drossard von Geldern und einige An-dere suchten eine Seitenbeweguug zu machen und fingendas brabäntische Lager zu plündern an. Dadurch aberschwächten sie die Hauptmacht und gaben den Grafen Ray-nald blos. Letzterer widerstand sechsfach starker»! Andranglange mit Erfolg, bis der Verlust des Banners den Muthder Seinigen nicht wenig schwächte.. Vergebens sandte seinNeffe, der Graf von Looz, dem allseits Bedrängten eini-gen Beistand; ermattet von Arbeit und Wunden) mußteer endlich, von seinem Streitroß hcruntcrstnkcnd, demKastellan von Montcmacke sich gefangen geben. Derselbesuchte seinen Rang zu verbergen, um vor der Vrabäntcrhabsüchtigen Rache ihn zu schirmen. Sie aber, welche aufjeden Fall einen vornehmen Ritter in ihm ersahen, be-mächtigten sich seiner Person. Erkannt wurde er erst amEnde der Schlacht, als man die Waffen ihm auszog.

Der Herr von Montjoie und Falkenburg, Walram,hatte unter seinem Fähnlein viele der tapfersten Degengehabt, und so lange der Graf von Lnremburg noch stand,in seiner Nähe treu gcstritttcn; nach dem Falle desselbendrang er bald da, bald dort, wie ein Löwe ein und brachteden Feinden mannigfach Verderben. Allein sein Fäbnlcinward endlich niedergeschlagen und er selbst zurückgeworfen.Die gute Ordnung der Brabantcr, welche wohl erkann-ten, daß des Sieges Ausgang hievon noch immer abhän-ge, vereitelte alle Bemühungen ihrer Feinde, selbst alsWalram ein neues Banner mit seinem Wappen brachteund den Angriff mit Wuth und Feldruf : »Hie Montjoie!«erneuerte. Er hub nun mit dem Grafen von Iülich einenmörderischen Zweikampf an, bis eine gefährliche Wunde