Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
333
Einzelbild herunterladen
 

lands ebenbürtig, bereits jetzt schon in die Vorderrcihe euro-päischer Schicksale.

Otto II., Heinrichs I. ältester Sohn, ward zum alleini-gen Erben desselben bestimmt, noch von demselben in einenTheil der Bcilstcin'schcn Vcrlassenschaft, alsbald nach demTode des Oheims Johann eingesetzt worden. Als des Va-ters Jahre zunahmen, half er ihm auch die Regierung imGanzen führen. Des Bruders (Heinrich II.) heimlicher Ehc-bund vereitelte den Plan der Alleinnachfvlgc, und ward zu-gleich für Otto die Quelle mannigfacher Verwicklungen undUngemachc während der kurzen Dauer seiner Regierung. Dieinnern Händel gestatten ihm fast gar keine Theilnahme anauswärtigen Ereignissen. Nur bisweilen trifft man ihn amHoslagcr des Kaisers, wenn dasselbe sich in der Nähe befand.So zu Wiesbaden, bei jener Gelegenheit, als Ludwig derBaicr Dillcnburg Stadtrcchte verlieh; so zu Kolmar, alsKarl IV. ihm für geleistete Dienste eine Summe von 5000Pfund Heller bewilligte und inzwischen aus den Steuern derSradt Wctzlar ein Jahrcinkommcn anwies'-').

Ohne Unterlaß von Nachbarn und Vasallen mit Fehdeüberzogen, mußte er sein Land auf klägliche Weise verwüstetund seine Kassen bis zur Erschöpfung angegriffen sehen, so daßgar nicht daran gedacht werden konnte, des trefflichen VatersPlane fortzusetzen; vielmehr ging das bereits Gewordene wie-der zu Grund. Otto verlor. sich in Schulden und Verpfan-dungen, dem gewöhnlichen Resultate nach unglücklichen Uebcr-zügen und VcrthcidigungsmaaSrcgeln, und mehr als einmalmußte er in äußerster Noth die Hülfe seiner Vasallen an-sprechen. Endlich verlor er sogar in einem Streite mit denGebrüdern von Waltcrsvorf, an welchem fast die Nassau's al-ler Linien Theil genommen, das Leben, und es ist mehr alswahrscheinlich, daß dieselben das Unglück unmittelbar veranlaßt.

») 1544 und 1547.