vcrwilligten Stadtrcchtc für Eins machte er keinen Ge-brauch, indem er darüber andern Sinnes geworden.
Die Verbindungen mit den beiden Hausern von Oester-reich und Baiern, deren Fürsien hinter einander die teutscheKönigskrone trugen, wurden sür Emicho glückliche An-lässe und Quellen zu Vermehrung seines Hauptgutcs. Be-sonders wichtig wären für ihn die Rcichspfandschaften, welchedie Huld Albrechts uuv der spätern Monarchen ihm verlieh.Darunter zählen wir vor allen die Rcichsburg Kammcrsteinmit Zugehorden, die Marktflecken Schwabach, Heroldsbcrg,Kornburg, Scheide und Altorf mit Kirchcnsatz und Dörfern,auf. Der Pfandschilling des Ganzen betrug nicht wenigerals 12,000 Gulden und ward in der Folge noch durch 2000Mark erhöht; ja endlich verwandelte Karl IV. die Pfand-schaft in ein ordentliches Rcichslchcn und das Haus Nassauwar nicht wenig stolz auf den Besitz desselben > bis es durchden Leichtsinn eines verschwenderischen Jünglings unwiederbring-lich verloren ging, wie wir bald nun hören wcrdcm
Während dieser interessanten Erwerbungen vergaß Emichokeineswegs die Sorge für das Erbland. Er mehrte es durchAnkauf von Dörfern, Höfen, Mühlen, Gerichten, Gülten,Gefallen, Zinsen, Zöllen u. s. w. Die innern Zerwürfnisse derGrafen von Dictz, zumal ocr Wcilnaucr-Linie, gaben ihm,dem Vormund und Administrator, mannigfache Gelegenheit,mich hier sich zu bereichern. Für die Vorschüsse, welche erGottfried und Gerhard gemacht, erhielt er den Weilnaucr-Anthcil zum einstweiligen Besitz, welcher nach acht Jahren wie-der aufhörte. Dafür blieben ihm andere wesentliche Rechte,Vortheile und Einkünfte, die Grafschaft Dictz betreffend;auch das Grasenrecht auf Hadamar, Ort und Mark mußteihm abgetreten werden. Verpflichtungen und Pfandschaftenseiner Familie ans früherer Zeit löste er wieder ein.