Pfingsten. Dies gab zu dem Gerüchte Veranlassung: ihmwerde trotz des Vorangegangenen, der Erzstuhl Mainz verbleiben.
Es zeigen die Ausschreiben und faktischen Schritteder vermittelnden Fürsten seltsame Widersprüche. So erklärteder Markgraf in einem Briefe an Adolf und Dicthcr, vom1. Juni: mit beider Theile Wissen und Willen habe er eineTheitigung und Abrede gemacht, wie es künftig zwischen ih-nen, des Stiftes zu Mainz willen, gehalten werden sollte!würde nun Adolf > nach Empfang päbstlichcr und kaiserlicherGenehmigung, dieser Abrede zuwider handeln, so werde er ihmkeinen weiter» Vorschub mehr thun, sondern dem Dicthcr nachall seinem Vermögen bcistehcn, damit er zum gänzlichen Be-sitze des Erzbisthume gelange. Adolfdagcgcn habe inzwischeneine Botschaft nach Rom zu schicken, um diese Genehmigungsich zu verschaffen. Es geht aus den Akten und den Resul-taten der Unterhandlung hervor, daß der Entwurf Karlsnicht ganz beliebt wurde; daß Dicthcr zwar nachgab und aufFriedrich kompromittirtc, der Pfalzgraf jedoch, von Ehrge-fühl und persönlicher Freundschaft getrieben, wieder frisch aufseiner Einsetzung bestand, endlich daß Adolf und Dicthcr ge-meinsam ihre Sache Ruprecht anvertrauten, in der Hoffnung,dieser werde seinen Bruder für den einen oder andern zu kräf-tiger Durchsetzung der Sache bestimmen.
Die Botschaft Adolfs, welche nach Rom ging, bestandaus einem Prinzen von Baden, Karls Bruder, aus dem schlauenund viclgcwandtcn Vulpcrt van Dcrs, aus zwei Rcchtsgclchr-tcn von Ruf, einem Nassau'schen Ritter und zweien Neffen Adolfs,von denen der älteste nicht einmal IS Jahre zählte. Als sie beiPius zur Audienz gelaugt und den Inhalt ihrer Sendung er-vflnct, bemerkte der Pabst: „Was ihr berichtet habt, ist vonWichtigkeit und verdient wohl, daß wir einen eigenen Gesand-ten nach Deutschland schicken, welcher sich des heiligen StuhlsUnd seiner Freunde annimmt." Die Botschaft billigte desPabstes Vorhaben/ und so ging denn der Bischof von Tri-