Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
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dcn Reichstag durch einen Stellvertreter eröffnen ließ, trach-tete er durch eifrigen Vricfverkchr die Städte als Gegenboll-wcrk, enger in sein Interesse zu ziehen. Mittlerweile hieltendie Verbündeten einen neuen Tag zu Frankfurt, welchen siehinter dem Rücken des Königs ausschrieben und erklärten, daßsie damit sich beschäftigen würden, die Reichsgebrcchcn undNationalbcschwcrdcn zu untersuchen.

Wenzel bot Alles auf, fernere Schritte von Seite derimmer furchtbarern und jetzt erst die Augen ihm öffnendenOpposition zu verhindern; allein sämmtliche Bemühungen zupersönlicher Besprechung und zu gegenseitiger Verständnißscheiterten an Johanns und Ruprechts Widerwillen; sie warenbereits zu weit gegangen, um ohne Gefahr für sich mit demKönige unterhandeln und vertragen zu können. Demnach gabensie ausweichende Antworten und verwiesen, als sie von Frank-furt abreisten, die Gcwaltbotcn König Wenzels an ihre daselbstzurückgelassenen Abgeordneten. Ihre neuern, dringlichen Vor-stellungen, in welchen auf den Fall beharrlicher Nichtgewah-rung ihres Gesuches, die Häupter des Bundes für des ReichesNoth und Jrrsal verantwortlich gemacht wurden, fanden keinbesseres Gehör, ja nicht einmal Erwiederung. So war unternutzlosen Unterhandlungen für dcn König, unter höchst srucht-rcichen für die Unionistcn, das Jahr 1599 vorübergegangen.

Im folgenden (1400) wurde die frühere Tagsatzung zuFrankfurt wieder aufgenommen und allerlei, in Bezug aufdie beabsichtigte neue Königswahl, festgesetzt. Man verhießdemjenigen, auf welchen die Mehrheit der Stimmen fallenwürde, von allen Seiten die kräftigste Unterstützung. Bereitswar der Pfalzgraf Ruprecht von den Meisten als Kandidatbezeichnet; zwar drängte der Herzog Friedrich von Braun-sckwcig mit vielem Ungestüme sich herbei, ein Herr, welcherübrigens durch seinen persönlichen Charakter von der Nationhochgeachtet war; allein Johann, sowohl aus persönlicher Ab-neigung gegen ihn, als durch Vertrag mit der Pfalz gcbun-