Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
240
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ließ sich bloß in Scharmützel ein, in welchen er gleichwohlviele Leute verlor, und vermied eine Hauptschlacht. Nach lan-gen Hin- und Herzögen ward er von Lautrec und Doria zu-gleich, in Neapel sowohl, als in Gacta belagert, und erlittungewöhnliche Bcdrängniß. Die Blokadc, die Beschießung,die Stürme, die Aushungerung, die Vcrräthcrcicn, alles verei-nigte sich, um den Prinzen in Verzweiflung zu setzen. End-lich lieferte Filippino Doria, ein Verwandter des Andreas,eine mörderische Seeschlacht, welche für die Kaiserlichen verlo-ren ging. Die dabei erlittene Einbuße an Fahrzeugen undMenschen war sehr beträchtlich. Dennoch verzagte Oraniennicht, sondern mit der ganzen Kraft seines Geistes bot er dengehäuften Unfällen auf die männlichste Weise Trotz.

Plötzlich trug der eigene Oheim seines Bcsicgcrs, AndreasDoria, zu Wiederherstellung seines Kricgsglückes wesentlichbei. Beleidigt durch den Umstand, daß er für die BefreiungPhilibcrts, der im Jahre 1524 sein Gefangener gewordenwar, von König Franz gar keine Entschädigung erhaltenhatte, stellte der berühmte Scchcld an denselben so starke For-derungen, daß Franz I., tief erbittert, Antoine de la Rochc-sauleaud als Nachfolger ihm schickte, zugleich mit dem gehei-men Auftrage, der Flotte und der Person des Admirals aufirgend eine passende Weise sich zu bemächtigen. Allein Andreaswurde gewarnt, kam zuvor, erklärte sich wieder für des Kai-sers Sache, nachdem er mit diesem über alle Bedingungeneinig geworden. Sein Abfall hatte den Verlust aller Unter-nehmungen und Siege Lantrcc's zur nächsten Folge. Genuahuldigte Karl V. uls Obcrhcrrn; Neapel ward entsetzt, diefranzösische Armee auf allen Punkten in die schlechteste Lagegebracht, trotz dem, daß Feldherren, wie der König vonNavarra, Camillo, Trivulzio u. A. unter Lautrec mitbcfchlig-rcn. Es waren die eingerisscnen Seuchen, welche besondersalle Thätigkeit lähmtcn, und die besten Plane vereitelten.Plilibert, über die Juchtlosigkeit und den Unwillen seiner