Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
238
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italienischen Armee zu kommen, reiste er, als einfacher Buch«scnschütze verkleidet, dahin. Noch war das Schloß von Fren-ccsco Sforza, dem Herzoge Mailands und einem der Häup-ter der Liga, besetzt; die Kaiserlichen dagegen hatten dieStadt noch inne, wiewohl aller Hoffnung beraubt, länger sichhalten oder die Citadelle stürmen zu können. Die Ankunftdes Prinzen und einer frischen Abtheilung Landsknechte erfülltesie mit neuem Muth und schwächte die Erwartungen desFeindes; Sforza übergab die Burg durch Vergleich, und derHerzog von Bourbon ließ sie hinlänglich besetzen. Philibcrtbefehligte unter diesem berühmten Feldherrn als Gencrallicute-nant. Er gab der Bedeutung dieser Stelle in hohem GradeWirklichkeit bei Anlaß der Erstürmung Roms. Der Herzog, vonseinem Schicksal und den Rachcgöttcrn des verrathenen Hei-mathlandcs getrieben, siel der Ersten einer bei der vcrhängniß-vvllen Bresche. Der Prinz, welcher die moralische Rückwir-kung solch' einer Begebenheit auf die Gemüther des gemeinenVolks kannte, ließ die Leiche schnell mit einem Mantel deckenund den Sturm fortsetzen. Nach zwei blutigen Stundendrang er an die Spitze der Seinen in die Vorstädte undbahnte den Weg zum vollständigen Sieg. Die übrige Ge-schichte dieser Einnahme und der furchtbaren Verheerung Romsist genugsam bekannt. Oranicn fühlte sich außer Stand, denwilden Leidenschaften Einhalt zu thun. Die Nemesis wollte indieser Hauptstadt der Christenheit und diesem Hauptsitz ihrerSünden und Thorheiten, einmal ein feierliches Gericht halten.

Nachdem Bourbons Katastrophe der Armee bekannt ge-worden, forderte sie einstimmig den Prinzen Philibcrt zumObergcncral. Seine Tugenden, seine Eigenschaften hatten Altund Jung das größte Vertrauen eingeflößt, und man vergaß,daß er erst 2ä Jahre zähle. Er verfolgte die errungenenVortheile ohne Unterbrechung und belagerte den Pabst Klcmcnsin der Engelsburg. Plötzlich verwundete ihn eine Kugel sehrgefährlich, aber ohne daß dieser Umstand die Anstrengungen