Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
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Bresche entstand und den Feinden ein Hauptsturm sehr erleich-tert wurde. Statt dieses Mittel, welches, wenn auch mitEinbuße, schneller und sicher zum Ziele geführt haben würde,zu ergreifen, zog der Graf es vor, die Batterien ferner spielenzu lassen, und an dem letzten Tage allein, von Frühe bisAbend, sollen nicht weniger als 1800 Schüsse gethan wordenseyn. Jetzt erst dachten die Belagerer daran, zu stürmen;allein sie fanden die Breschen bereits wieder hergestellt. Haupt-lcute. Gemeine, Manner und Frauen jeden Alters und Stan-des hatten unablässig Hand angelegt.

Die Batterien spieen mit erneuerter Wuth bis zwei UhrNachmittags, und nun rückten die Kaiserlichen vorwärts.Sechstausend Teutsche, von vierhundert Pferden unterstützt,Graf Heinrich an der Spitze, schoßcn bei St. Nikvlas Bresche.Zweitausend Flämingcr, welchen 300 Reiter folgten, stürmten,unter Anführung des Grafen v. Rocur beim Pariscrthorc.Der Marschall von der Mark, der Graf v. Dammartin,Moycncourt und alle übrigen Fcldhanptlcutc der Franzosenhatten ihre Truppen auf den Wällen aufgestellt und rüstetensich zu nachdrücklichem Empfang ihrer ungestümen Gäste.Dammartin übernahm die Vertheidigung der Bresche bei St.Nikolas, Saisscval jene beim Pariscrthorc, Scrcus die unter-halb St. Furci. Die Belagerten entwickelten einen hcldcn-müthigcn Widerstand, so groß auch die Tapferkeit ihrer Geg-ner sich zeigte, und endlich gelang es ihnen, den Stnrm ab-zuschlagen. Nach einem Verluste von ä—500 Mann zogendie Kaiserlichen sich zurück. Unter den gebliebenen Edlen derStadt hatte vor allen Andern der Commandeur v. Estrcpagni,aus dem Hause d'Humiercs, sich ausgezeichnet.

Graf Heinrich, dem so unerwartet die glänzendste Tro-phäe entgangen, ließ unwirsch das Feuer noch drei Tage lang,meist gegen die Häuser der Stadt, fortsetzen; ein großer Theilderselben ging in Flammen auf. In der Meinung, dadurchdie Belagerten endlich mürbe gemacht zu haben, erneuerte er