Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
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mähltcn Fürstin mitten auf dem Wege zu dem Bräutigamsind bekannt; ebenso die Anstrengungen ihrer Stände und dieJntrikcn franzosischer Priester, welche die Grundsätze von Sitt-lichkeit, Recht und Anstand, zu Gunsten der Gewalt, in Hoff-nung reichlichen Ersatzes für ihre Kasteniutcresscu, aufopfertenund das Gewissen der Prinzessin salschmünzcrisch mit Sophismenbeschwichtigten; sie haben den Unwillen der rcchtlichgcsinntcnEuropa, auch noch in spätern Zeiten, wider sich erregt. Kaumfindet sich in dem Benehmen des Thronräubcrs und Mcuch-lcrs Don Miguel ein würdiges Gegenstück dazu.

Die nächste Folge dieses höchst empörenden politischentloup-ck'ätat, welcher einigermaßen die Farbe eines Banditcn-strciches trug, war: daß Bretagne mit Frankreich einverleibtund Margarethe, die königliche Tochter, schimpflich verflos-sen wurde.

Der Erzherzog Philipp, dessen Ehre so hart gekränkt worden,sandte den Grafen Cngclbrccht und den Präsidenten des Hofesvon Flandern nach Paris, nm sowohl die Schwester als dieBesitzungen zurückzufordern, deren Herausgabe auf einen sol-chen Fall hin im Vertrage von 1482 zugesichert worden war.Karl VIII. antwortete frostig: er werde mit seinem Staats-rath über dieß Ansinnen zu Rathe gehen. Als aber Cngclbrcchtwahrnahm, daß alle ferneren Bemühungen doch nicht zumZiele führen würden und der französische Monarch seine Par-tei längst ergriffen habe, bat er um sicheres Geleite und dienöthigen Lebcnsmittel, um mit der Prinzessin zu ihrem Bru-der nach Belgien heimzukehren. Solches vcrwilligte Karl mitgroßer Freude. Der Graf machte Margarethen seine Aufwar-tung und fand, daß wenigstens äußerlich nichts von französi-scher Seite vergessen worden, was ihrem hohen Rang gebührte.

Marimilian, durch des Vaters späten Hiuscheid endlichauf den Kaiscrthron der Teutschen erhoben, setzte sein Vertrauenauf Cngclbrccht, auch in dieser neuen Würde, weiter fort.ES schloß der Graf, als Bevollmächtigter des Monarchen,