Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

— 105 —

Der Erzherzog, unschlüssig in seinen Maßregeln, beschloßdie zweite Nacht abzuwarten; die Menge, weit ohne hinrei-chende Bewaffnung, zog sich vom großen Markt nach demkleinen zurück, zwischen dem Schloß und St. Vairlc. En-gclbrccht schlug vor, im Rücken sie anzugreifen, und zwarvon der Seite der Coppe her, alle die Häuser abzubrechen,welche den Weg dahin versperrten. Die Teutschen, welcheNassau zum nahen Kampfe vorbereitet, erwarteten nur denkommenden Morgen; merkwürdig genug stärkten sie sich zumRachcwcrk durch Gebete und Gelübde. Die Gcntcr aber fan-den es gerathen, in ihre Wohnungen sich zurückzuziehen.

Des folgenden Tages unterhandelten die Notabcln derStadt für friedliches Wesen und für Schonung der Bürger;der milde Maximilian erklärte sich bereit hiezu; doch mußtePhilipp, sein Sohn, herausgegeben werden. Der Erzherzogbegleitete ihn bjs Termoudc, wo man ihn mit großer Freudeempfing; darauf kehrte er nach Gent zurück. Nur wenigeRädelsführer büßten mit dem Leben, andere blieben in Ker-kerhaft. Die Güter des Herrn von Gruithuscn fielen Engcl-brccht zur Belohnung getreuer Dienste heim. Die Ruhe schienin dieser Gegend für längere Zeit hergestellt").

thcrei, mit der die demagogische Partei unaufhörlich ihre Her-ren aus burgundischem wie aus österreichischem Geschlecht be-handelte. Die Attentate gegen Maximilian vor- und nachher,die unmenschliche Grausamkeit gegen die Räthe der Maria, diegroben Beleidigungen gegen den Sohn des römischen Kaisers,darauf gar seine Gefangenschaft zu Brügge, dieß alles war dasWerk der Genter, und mag die Stimmung der getreuen Ratheund die energischen Vorschlage des sonst immer gerechten En-gclbrechts wohl entschuldigen.

5) Vcrgl. über die flandrischen Angelegenheiten Olivier de laMarche (Augen- und Ohrenzcuge). iiue»6uclinn, >> gg. s<,.sodann: I., II. L, tl U. tZ. lwr. 0. 2—8.

pexvc? V-