So friedlich aber auch die Richtung des Grafen währendseiner ganzen Lebzcit war, so trübte doch noch ein unglückseli-ger Streit mit Limburg seine letzten Tage. Auf einer Kirmcßzu Dietz fingen die Bürger des Ortes Streit mit den Lim-burgern an, welche zum Besuche gekommen. Dafür scheintGerhard, welcher für die Ersteren rüstig auftrat, durch man-cherlei Verwüstungen Rache an den Thätern genommen zu haben;aber auch die Limburgcr ihrerseits, von Johann, ihrem Herrnund Mitbürger, unterstützt, hatten nicht gesäumt. Gleiches mitGleichem zu vergelten. Die Weilnauer mischten sich ebenfallsin die Sache. Endlich kamen beide Theile noch in demselbenJahre zur Vernunft und stellten sich gegenseitig Sühnbricfeaus. Gerhard starb bald darauf Er war mit Elisabethvon Sayn vermahlt gewesen; ans dieser Ehe wurden ihm vierKinder, GerhardV,, Gottfried, Gotthardt, Intta undElisabeth. Von ersterem ist (außer der Theilnahme aneinigen urkundlichen Verrichtungen und an der Limburgcr Fehde)wenig aufzufinden. Es darf angenommen werden, daß ervermählt, und jene Tochter, welche durch eine Heirath mitDietrich von Runkel, den Söhnen desselben, Ansprüche aufDictzischcs Stammgut begründet, die einzige Frucht diesesEhebündnisses gewesen sey. Gottfried pflanzte das Geschlechtfort. Die übrigen drei starben im geistlichen Stande. DieWirksamkeit Gottfrieds und seines Sohnes, Gerhards VI.war für sie Beide, wie für das Land, von Wirrwarr undUnglück mancherlei Art begleitet; die Schulden stehen in ersterReihe; fast alles Urkundliche zu ihrer Geschichte bezicht sichdarauf. Die Gemüths- und Geistesgaben des Vaters, welchervölligem Blödsinn zuletzt erlag, und die Unbesonnenheiten desSohnes, welcher allenthalben Streit anfing, bildeten einenmerkwürdigen Gegensatz. Mir Jutta von Nassau-Hadamar
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