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er sich weigern sollte, Allen mitzutheilen, was er keines-wegs zum Verbergen empfangen hat. Ans jeden Fallhast Du mir den vollkommensten Dienst erwiesen, und bistgleichsam dadurch ein Nachfolger Theophrasts-Hieronymusgeworden, der ebenfalls, auf die Bitte von Zungfrauen,den größten Theil der heil. Schrift aus dem Hebräischenins Lateinische übersetzte. Uebrigens kann ich Dir dochnicht bergen, daß ich im Ganzen mehr noch verwirrt alserfreut wurde, nachdem ich die Vorrede jenes überauskostbaren Büchleins durchgelesen hatte, indem Du darinBorzüge preisest, die an mir keineswegs zu finden sind.Schaam und Verwirrung überzog daher mein Antlitz, dennich fürchtete. Du hegest von mir eine vortheilhaftere Mei-nung, als ich verdiene. Denn ich bin ja, wie Du selbstweißt, keine Gelehrte, sondern blos eine Freundin gelehr-ter Männer; auch bin ich keine Schriftstellerin, sondernfreue mich blos, die Reden von Schriftstellern zu hörenoder zu lesen. Ich muß deshalb mich unwürdig erkenneneines so kostbaren Geschenkes, obgleich Du, um der Wahr-heit die Ehre zu geben, sehr wohl.und weise gethan hast.Deinem trefflichen Werk den Namen „Charitas" vorzu-setzen. Denn die Charitas ist die gemeinsame Tugend,und macht alle ächten Güter gemeinsam. Jene Charitasdaher, die der heil. Geist selbst ist, erstatte Dir einen un-sterblichen Dank, hier und im künftigen Leben, wo füralle rechtschaffenen Bemühungen glorreiche Früchte unslohnen. Möge, o möge es in vollem Maaße geschehen!
Unsere gemeinschaftliche Schwester grüßt Dich tau-sendmal. um so mehr, da Du sie in jener Vorrede sosehr ausgezeichnet hast; auch mögest Du die Ueberzeugunggewinnen , daß Deine Tochter nicht nur mir, sondern al-len Schwestern insgesammt äusserst theuer sey, sowohl