Druckschrift 
Suppl. 1 = 5 (1842)
Seite
375
Einzelbild herunterladen
 

Rclil'ucs Rcichmeistcr.

375

fii preussischen Diensten stand 1806 ein Capitain v. R. im 3tenMusketier-Bataillon des Regiments v Reinliart zn Lyck. Ein Pre-mier-Lieutenant v. R. steht im 13ten Infanterie-Regiment zu Münsterund ein Lieutenant v. R. im lsten Infant.-Regiment zu Königsberg.

Reh flies, Herr von.

Der Geh. Regierungsrath und Curator der Universität zu Bonn,Philipp Joseph v. R., ist von Sr. Majestät dem König in den Adel-stand erhohen worden. Das ihm beigelegte Wappen ist schräg ingriin und Gobi getheilt; in dem goldenen Felde ist ein schwarzerLöwe vorgestellt, der sich an ein Grabkreuz lehnt, im grünen Feldeliegen zwei goldene Ringe, die von einem dritten rothen Ringe inForm des Gliedes einer Kette zusammengehalten werden. Auf demgekrönten Helme wächst ein goldenes Reh. Decken rechts schwarzund Gold, links grün und Gold.

Reich in ei st er, die Freiherren von.

Die Familie der Freiherren v. R. ist eins der alten deutschen Ge-schlechter, welche in der Bliithezeit des deutschen Ordens demselbenmit so Vielen andern edlen Familien aus Sachsen, Franken, West-phalen, vom Rhein, kurz aus allen Theilen des Reichs in das neueroberte Preussen gefolgt waren. Der Name scheint sich, wie beirielen andern Geschlechtern, auf einAintsverhältniss zu beziehen, dennbesonders bei dem deutschen Orden bezeichneten viele Würdenträgerin der damaligen Zeit vom Hoch- und Deutschmeister an ihre Würdedurch den Titel:Meister." So erzählt der Chronikschreiber SimonGiunau, dass unter Conrad v. Jungingen der Orden 65 Kellermeister,40 Küchenmeister, 39 Fischmeister und 700 gewöhnliche Ritter ge-zählt habe. Des Hochmeisters Statthalter hiess Landmeister u. s. w.

Das Archiv der Freiherren v. R. ging in einer F'euersbrunst aufdem Hause Langendorf um die Mitte des 17ten Jahrhunderts verloren,und es fehlen somit genauere und bestimmtere Nachrichten. Es stehtaber fest und ist genugsam zu documentiren, dass die Familie vonjeher zu den ältesten und ritterbiirtigen Geschlechtern des Landesgerechnet wurde, und wie es in einer darüber von der preussischenRitterschaft gegebenen amtlichen Bescheinigung lautet:ein altfrei-herrlich und rittermässig Geschlecht sei, dafür unstreitig gehalten undanerkannt werde, derselben seit unfürdenklichen Zeiten incorporirt ge-wesen, und auf Ritter-Conventen Sitz und Stimme gehabt habe."

Karl v. R. aus dem Hause Langendorf starb um 1412, also voroder vielleicht in der Tannenburgev Schlacht- Genau und bestimmthat man später die Filiation nur in soweit festzuhalten gesucht, alsdieses zu der Aufschwörung in adeligen Stiftern erforderlich war. Sowurde zu Lippstadt die jetzige Aebtissin aus dem reichsfreiherrlichenGeschlechte Grote - Schauen aufgeschworen, deren Mutter eine geb.v. R. ist.

In Preussen erlosch das Geschlecht schon zu Anfang des vorigenJahrhunderts und existirt jetzt nur allein im Fürstenthum Osnabrück,wo es durch den Besitz von Sandfort und Hetlage zum ritterschaftlichenAdel der Provinz gehört, und in der preussischen Provinz Jülich-Cleve-Berg, auf dem Schlosse der vormaligen freien Herrschaft Win-nenthal.

Der jetzige Besitzer dieser Güter ist Karl Casimir Freiherr v. R.,königl. preuss. Regierungsrath a. D. und Ritter des St. Johanniter-