Bohlen
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ten Infanterie betrachtet wurde. Ks musste als solches im Jahre 1805,wo es in der Nähe von Dresden eine Zeit lang cantonnirte, vor demdamaligen Kurfürsten, spätem Könige von Sachsen, manoeuvriren. Erführte dasselbe im Jahre 1806 ins Feld, und es wurde ihm ein Com-mando bei der Avant-Garde des Ilohenloheschen Corps gegeben. Nachden abgelegten Beweisen der ausgezeichnetsten Tapferkeit, liel er,den Degen in der Hand, in die Gefangenschaft des Feindes. DieFranzosen führten ihn nach Frankreich, wo der ehrenwerthe Ver-storbene zwei Jahre zurückgehalten wurde. Zu seiner Erheiterung indieser trüben Zeit, suchte er die Wissenschaften wieder auf, mit denener schon längst befreundet gewesen war. Er schrieb damals die alsvortrefflich anerkannten Briefe über den Feldzug in Lothringen. Nachseiner Rückkehr aus der Gefangenschaft ernannte ihn Se. Majestät zumCommandanten von Neisse, und bald darauf zum Director der imJahre 1810 neu organisirten Kriegsschule. Die Zeit der Gefahr riefihn im Jahre 1813 an die Spitze einer Brigade selbst gebildeter Land-wehr auf das Schlachtfehl, und ein rühmlicher Antheil an dem blutigenGefechte bei Ilagelsberg erneute seinen alten Kriegsruhm; er wurdedafür mit dem eisernen Kreuze geschmückt. Nach dem Frieden aufseinen Rosten zurückgekehrt, ward er 1815 auf einige Zeit dem Ge-neral der Infanterie Grafen von Tauenzien beigegeben. Ein Lungen-schlag endete plötzlich am 21. Sept. 1817 das Leben dieses, mit denWissenschaften wie mit dem Degen gleich vertrauten Generals, dessenAndenken allen seinen Freunden theuer bleiben wird. Sein Ruhmbleibt auch in der literarischen Welt durch werlhvolle Schriften ge-sichert. Von seinen Werken nennen wir, ausser den schon erwähntenBriefen über den Feldzug in Lothringen, die Uebersetzung von VirgilsLandbau und die Gesänge Xanthippus und Diocles. Diese Arbeiten er-schienen tlieils in der Berliner Monatsschrift, theils in dem Verlagevon Unger und Amelang. Bei seinem Tode fand man ein Manuscript,betitelt: Tassilo, in seinem Nachlass, und eine vollständige Ueber-setzung der Aeneide war ihm im Laufe des Krieges verloren gegan-gen. Ramler, sein geliebter Lehrer im Cadellenhause, hatte inihm den Funken der Dichtkunst entzündet, die den wissbegierigenJüngling auf dem Wege seines ernsten Berufes begleitete, und ihm imreifern Alter oft in den Stürmen des Geschickes zum süssen Trösterwurde.
Bohlen, (Tie Grafen und Herren von.
Das uralte riigeanische edle Geschlecht derer v. B. kommt schonum das Jahr 1316 vor. Es zerfiel in späterer Zeit in zwei Haupt-Linien, in die von Presenzke (1745 in den Grafenstand erhoben) undin die von Bohlendorf. Aus der letzteren war: Balthasar v.B , königl.preuss. Oberst, der in Schlesien die Lerchenbornschen Güter, bei Lü-ben, erwarb, und sie zu einem Fideicommis machte, das er noch beiLebenszeit seinem Vetter, dem königl. General-Lieutenant bei derCavallerie v. B. , abtrat. Der gemeinschaftliche Stammherr beiderLinien war: Hennig v. B. Auf Rügen sind: Bresenzke, Bohlendorf,Crimvitz, Buse, Schlackvitz, Wosvitz, Glasitz n. s. w., alte Besitzun-gen des Hauses. — Arenil v. B. auf Glasitz (nachmals zu Crimvitzgehörig,) war von 1630—32, Arenil Christoph v. B. auf Bohlendorf,von 1706—11, Landvogt auf Rügen. Arnoiii v. B. auf Creinvitz undGlasitz war (1656) Hofgerichts-Direktor zu Wolgast,e Die Uebereinstiminung des Wappens, auch die allegorische Be-
ziehung des darin vorkommenden Vogels Greif, als Sinnbild der Macht