T wickel—Uexküll. III
ist diese Linie der alten Grafen v. Bergli in Preussen gänzlich imMannesstammo erloschen. Von weiblichen Abkommen leben noch dreiSchwestern des Grafen Eduard, nämlich Auguste, Stiftsdame in Prag(sie ist aus des Vaters erster Ehe und 1759 geboren), Marin, vermählteGräfin d'Albon und Eleonore, Gemahlin des Gouverneurs von Gaeta d'Acton.Eine vierte Schwester starb 180G als Gemahlin desLandgrafen Ludwig vonHessen-Philippsthal, berühmt als heldenmüthigerVerthekliger von Gaeta, erstarb am 15. Februar 1816. Diese Linie der alten Grafen und Herrenv. lierg, Berghe, Bergh stammt aus Brabant, der Beiname Tripps ent-stand, als ein Sohn aus dem Hause Bergli sich mit der Erbtochtereines Hilters v. T. vermählte und dadurch in den Besitz der gleichna-migen Herrlichkeit kam. — Geraril Bergh v. T. kommt schon in einerUrkunde vom Jahre 1118 vor und mit Rainer v. Bergh, Sohn Theodorsv. Bergh (gest. 1346) beginnt die regelmässige Abstammung der Fa-milie. — Ein Rainer v. Berghe starb als Comthur des deutschen Or-dens im Jahre 1473. — Daem v. Berghe, genannt Tripps, Landstandin Jülich, unterzeichnete 1496 den Erbvertrag zwischen Jülich - Cleve-Bergh-Mark und Ravenstein. — Franz Adolph v. Berge - Tripps, desKurfürsten von Pfalz-Bayern wirkl. Geheimer Rath, Oberjägermeister,Herr auf Hemmersbach, Svndorf, Junkersdorf, Anstel, Kirchrath u. s. w.,wurde vom Kaiser Franz II. im Jahre 1796 in den Reichsgrafenstanderhoben. Er war drei Mal vermählt: 1) mit der Gräfin Marin There-sia von Geloes zu Eysten (von ihr ist die oben erwähnte noch lebendeGräfin Auguste); 2) mit Eleonore Kunigunde, Freiin von Rathsamhau-sen; 3) mit Charlotte von Rathsamhausen, jüngerer Schwester dervorigen. In der zweiten Ehe wurden ausser den schon erwähntenTöchtern zwei Söhne geboren: der 1842 verstorbene Graf Eduard undder Graf Clemens August (königl. bayerscher Kämmerer und Oberst-lieutenant in Passau). Ein Grossoheim der beiden Grafen, Adolph, Frei-herr von Berghe Tripps, war kais. österreichischer Major und Chef einesHusarenregiments, welches derselbe in den Kriegen 1741 — 44 und 45mit Auszeichnung führte.
Twickel, die Freiherren von.
Aus dem Hause Havirbeck ist Antonia, Freiin von Twickel, Witlweseit dem 6. März 1834 von dem Grafen Ferdinand August von Meer-veldt zu Münster.
u.
Uexküll, die Grafen von.
Ein Zweig dieser Familie lebt in Potsdam (m. s. u.), daher hiereine Nachricht über dieselbe ihren Platz finden möge. Sie ist altade-liger Abstammung und ursprünglich Kurland und Esthland angehürig.Einige Hilter aus diesem Hause machten sich als tapfere Krieger imDienste der Krone Schweden unter Johann III. und der Königin Chri-stine bemerkbar. Die Letztere belohnte die Dienste zweier Ritter U.mit der Freiherrenwürde unter der Beifügung des Prädicats v. Güllen-band. Conrad, Freiherr von Uexkiill-Güllenband, war ein Begleiter desritterlichen Königs Gustav Adolph und fand, wie dieser, seinen Tod inDeutschland auf dem Felde der Ehre. Sein Enkel, Friedrich JohannEmich, Freiherr v. U., gelangte zur Würde eines Geheimen Raths und