Druckschrift 
4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

86 Roschütz von Bybcnschitz.

Roschütz von Bybenschitz, die Herren von.

Dieses Geschlecht stammt aus der Markgrafschaft Mähren von demgleichnamigen Schlosse Roschütz und der dabei gelegenen Stadt By-benschitz , deren Name später in Eibenschütz umgeändert worden ist.(Vergl. Rudtorfer Milit. Geographie S. 302.)

Ein Hilter, Namens Jordan R. v. B. , nahm 1147 an den Kreuz-zügen Theil unter Kaiser Conrad III., den der Papst Eugen III. dazuaufgeboten hatte. (Vergl. YVilken's Gesch. der Kreuzzüge 1807, Scher-barth's Nachrichten S. 216.)

Jordan soll 1180 geslorben sein. Sein Sohn Niclas starb 1234.Ihm folgte Sieymund , geb. 1204. Er trat 1220 in die Dienste Hein-richs VII. zur Zeit, als Letzterer von seinem Vater, dem Kaiser Fried-rich II., zum Nachfolger erwählt, den Titel römischer König führte.Sein Sohn Cuno, geb. 1238, gest. 1301 am Neujahrstage. Er hinterliess einen Sohn Henrich, geb. 1268, vermählt mit Catharina vonSclnautenbach. Nach ihm finden wir Jordan vermählt mit einer Freiinv. Weltz. Er starb 1379. Seinem Sohne Stephan wurde die Annahmeeines bestimmten Wappens verliehen, sie lautet, wie folgt:

Wir Albrecht von G. G. Herlzog zu Oesterreich, zu Steyer, zuKämdten, zu Krayn, Graf zu Tyrol etc. bekennen öffentlich mit demBrief!', dass für uns kommt unser lieber getreuer Ritter, und bath uns,dass wir ihm mit sammt seinen Erben das benamste Wappen zu verlei-hen geruhten, dass wir gethan haben, und leihen auch mit dem Brielf,was wir ihm zuerst davon leihen sollen oder mögen, au II dass der zuallen ritterlichen Spielen, Schimplf und Ernst die führen und nutzensollen oder mögen, als Wappen und Landsrecht ist, und seynd dassdie Wappen ein Schild von Gold darinnen ein Ceulauren mit Pferdes-gestalten und Schülze, gekrönt, daraulf ein Stern. Mit Urkundt die-ses Brieirs geben zu Wien an der heil. Lichtmesstag Anno 1393."

Stephan starb 1395 zu Wien. Sein Sohn Haltliasar verehelichtesich 1422 mit einer Freiin v. Magni, welche ihm 1423 zwei Zwillings-söhne gebar, in Folge deren Entbindung sie starb. Der ältere KnabeHannes ward, kaum 6 Wochen alt, durch die llussiten ermordet, wel-che in jener Zeit die Gegenden verheerten und plünderten. (BaibinMise. Tromsd. gest. Univ. Lix. II. pag. 2059.) Der jüngere Casparveranlasste später durch seine Vorstellungen, dass die im Jahre 1449ausgesprochene Kreiseintheilung des deutschen Reiches sich nicht aufMähren erstreckte, und bewahrte somit auch für sich das Recht derdeutschen Reichsritterschaft, welche den Kaiser allein als ihr Ober-haupt anerkannten und nicht zu den Reichsständen gehören wollten.Ihm folgte Gumbert. Sein 22jähriger Sohn Cuno vermählte sich mitGcrtruda, einer Tochter Hermanns von Trohe. Von ihm stammt ab:Jasper, geb. 1497. Er hatte 2 Söhne: 1 Venlzel, geb. 1516, Franz,geb. 1524. Erstererwar kinderlos, Letzterer hatte 2Söhne: Peter, geb.1550, Niclas, geb. 1555-

Von den in Mähren eindringenden Kriegshorden wurde die Fami-lie von ihren Gütern vertrieben, welche sie durch Jahrhunderte inungestörtem Besitze hatten. Der ältere der Brüder Peter liess sichhierauf in Krayn, Niclas aber in Croatien nieder, von wo sie aus ver-geblich die bereits an das Haus Lichtenstein gekommenen Erbgüterwieder zu erlangen suchten. Niclas nahm als Oberst österreichischeDienste und zeugte einen Sohn Hanns, geb. 1608 zu Weingrab beiOldenburg in Ungarn, welcher später Richter zu Kürtingen wurde. FJin.Nachkomme desselben ist der königl. würtemb. Ober-Amtsrichter R.zu Marbach a. M.

Von dem jüngern Bruder Peter stammt Mathias, geb. 1610 zu