Druckschrift 
4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
 

ScLlieffcn.

177

Das nrprüngliche Wappen der v. Schlieben und v. Schließen istein rotli und silbernes Schach im goldenen Schilde. Die Reichsgra-fen führten ein deutsches Ordenskreuz und den schwarzen und silber-nen Adler im Schilde und den Reichsadler auf einem der drei Helme.Eine gräfliche Linie, mit dem Diplom vom 9. August 1718, führt daserwähnte einfache Schliebensche alte Wappen, das rotli und silberneSchach, und darauf einen schwarzen gekrönten Adlerhals. Derselbewiederholt sich auch auf dem Helme zwischen zwei goldenen, mit demSchach belegten Biilfelhörnern. Die Linie, welche'das Diplom am 19.Septbr. 1786 erhielt, führt ein quadrirtes Schild und ein Herzschild.Das lste und 4te Feld ist das alte S.'sche Wappenbild, im 7ten und3ten silbernen Felde steht der preussische schwarze Adler. Das Herz-schild enthält das alte Johanniterkreuz. Auf den beiden Helmen stehtder preuss. Adler und die S'schen Bülfelhörner. Die Decken und dasLaubwerk blau und golden. M. s. Gauhe, I. S. 1545. II. S. 1017. Ad.a Schlieben Genealogia, vita et obitus. Fol. 1618.

Schlieffcn, die Grafen nnd Herren von»

Ursprünglich eine Pommern angehörige uralte Familie, die jedochauch im Mecklenburgischen begütert ist. Schon in Urkunden aus dem10. Jahrhunderte geschieht ihrer Erwähnung. Hans der jüngere v.Schließen war Rath des Königs Christian II. von Dänemark, Norwe-gen und Schweden. Dieser ertheilte ihm seiner treuen Dienste wegeneine Vermehrung des Wappens, welches von der Familie beibehaltenworden ist. Eine abermalige Vermehrung des Wappens, so wie auchdas Indigenat in Polen, wurde durch den König Sigismund August demLimhrecht v. S., Abt im Kloster Oliva, und seinen Brüdern im Jahre1555 zu Tlieil. — Zu hohem Ansehen brachte das alte GeschlechtMartin Ernst v. S., geb. im Jahre 17.87. Er war Geheimer Staats-minister, Generallieutenant, Chef eines Infanterieregiments, Ritter desschwarzen Adlerordens, Comthur des hessischen Löwenordens zu Hom-burg und Gouverneur zu Wesel. Sein Tod erfolgte am 15. Septbr.1875 nach einem vieljährigen, segensreichen Wirken. Er hatte vonseinem Allodial-Vermögen und den Gütern Windhausen in Kurhessen,Schlielfenberg, Niglewe, Tolzin, Sierhagen in Mecklenburg-Schwerinein Majorat gestiftet. — Johann Leo v. S. starb als königl. preuss.Kammergerichtsrath mit Hinterlassung dreier Sühne, welche von Sr.Majestät dem jetzt regierenden Könige von Preussen am 1. März 1812in den Grafenstand erhoben wurden. Der älteste der Söhne ist dergegenwärtige Generallieutenant v. d. A., Ritter des rothen Adlerordens1. Classe, Heinrich Wilhelm , Graf v. Schließen, geb. am 14. Novbr.1750. — Der zweite Sohn, Graf Johann Ernst Ludwig v. S., starbam 5. Decbr. 18(9 als königl. preuss. Hauptmann, und der jüngstederselben ist Karl Friedrich, Graf v. S-, Oberst a. D., Vater mehre-rer Sohne. — Der erste Nutzniesser des vom Staatsminister gestifte-ten Majorats war der genannte Generallieutenant Graf Heinrich Wil-helm v. S. Da derselbe aber unvermählt geblieben ist, so hat er dieNutzniessung dem ältesten Sohne des im Jahre 1819 verstorbenenGrafen Johann Ernst Ludwig v. S., dem Grafen Heinrich Wilhelm v. S,,geb. den 19. August 1790, königl. preuss. Major und Adjutanten desPrinzen Wilhelm von Preussen, Sohn Sr. Maj. des Königs, abgetre-ten. Er starb im August 1836 zu Altwasser, und war mit Sophia Eli-sabeth Johanne Juliane, zweiten Tochter des königl, preuss. General-Iieutenants und Oberstallmeisters Sr. Maj. des Königs, von Jagow, ver-mahlt, aus welcher Ehe ein Sohn und eine Tochter leben,v. Zedlitz Adels-Lex. IV. 12