Proff von Menden. 55
riclits urnl Oberburggraf in Preussen. — Seine drei Söhne und seineNeffen (die Söhne des jungem Bruders, magdeburg. Regierungsraths)haben bei uns ihr Geschlecht fortgepflanzt. — Im preuss. Staatsdien-B ste steht gegenwärtig ein v. F., Ritter des eisernen Kreuzes, als Ober-I factor bei dem Hauptsalzamte zu Königsberg; auch dienen einige Of-fiziere dieses Namens in der Armee, namentlich der Hauptmann v. P.im 8. Infanterieregimente.
Diese adelige Familie Führt im silbernen, von zwei geharnischtenMännern gehaltenen Schilde, und auf dem Helme einen eisernen ge-ll flochtenen Korb, aus dem Flammen schlagen. Die v. P. aus demHause Benaschkaim führen drei solche Körbe im Schilde, und auf deinHelme eine rothe Rose, mit drei silbernen Lilien besteckt.
Proff von Menden zu Irnich, die Freiherren.
Dieses Geschlecht stammt aus den Niederlanden, wo sein Stamm-haus Gottingen (Gottignies), zwischen Möns und Soignies, gelegen ist.Ein Zweig desselben, welcher den Beinamen Proff (Profe) führte, er-warb im 15. Jahrhunderte durch Heirath Lehengiiter im Kurfiirsten-tluime Cöln, unter andern das Gut Füssenich. Wilhelm Proff vonGottignies (über dessen Belelinung mit Füssenich durch ErzbischofDietrich der Lehnbrief de dato St. Agneten-Tag 1454 bei Thummer-muth, Krumbstab u. s. w., in den doemnentis Cent. 2. no. 80. in ex-tenso abgedruckt ist) erwarb durch Heirath mit ICatharine Wolf vonMillendorl' den Rittersitz Millendorf im Herzogthume Jülich. SeineNachkommen besassen im Kurfürstenthume Cöln die Güter Füssenichund Hosten (s. Henriquez ä Strevesdorf, descr. archid. Colon. Ed. 2da)und im Herzogthume Jülich Millendorf. Sie verschwägerten sich mitden von Rauschenberg, Scheiffart von Merode, von der Lip, ge-nannt Iloen, und von Menden, genannt von Brüggen. Ein Neben-zweig derselben verbreitete sich nach Schlesien, wo er die Güter Got-jM Schendorf und Profen (letzteres das Stammhaus der altschlesischen Fa-milie von Frowin oder Profen) besessen hat. (S. Sinajrius, schlesischeCuriositäten.) Ein anderer Zweig verbreitete sich ins HerzogthumBerg. Der Stammvater desselben, Johann Gottfried von Gottignies,genannt Proff, erwarb das Rittergut Menden an der Sieg, und erhieltnach Erlöschung des Manrisstammes der Familie von Menden, genanntvon Brüggen, im Jahre 1675 durch kaiserliches Diplom die Autorisa-tion zur Annahme des Menden'schen Wappens. Seine Nachkommentheilten sich in die Linien Proff von Menden zu Pattern (im Jülich—sehen) und Proff von Menden zu Menden. Die erstere Linie, im Jii-Iichschen und kurcölnischen reich begütert, erlosch im Mannsstamme1789, und es war die Erbtochter Theresia Proff von Menden zu Pat-tern an einen Herrn von Kesseler vermählt, aus welcher Ehe ein Sohnund fünf Töchter, vermählt an die Fhr. von Hallberg-Broich, Fhr.von Imhof, königl. Landrath zu Rheinbach, Ilm. von Schachtineyer,Major, Hrn. von Drygalski, Major a. D., und Hrn. von Nolte, Haupt-mann im 19. Infanterieregimente, nocli leben.
Die Nachkommen der zweiten Linie zu Menden verschwägertensich mit den von Neuhof, genannt Lay zu GÖrghausen; von derLippe zu Wintrup; von Kielman-Kylmanseck zu Hamm; von Barden-liewer zu Bernsau, und waren Landdinger (iudices provinciales) desLandes und Amtes Blankenberg, Erbwaldschultheissen des Stiftes Vy-lich zu Lohmar, Erbkellner desselben zu Beuel, Herren zu Menden,Bnlgenau, Auel, Hohnrath, Ingersauel, Lohmau, Berensau, Diirres-bacli, Seelscheidt und Markelsbach (sämmtlick Rittergüter im Amte