Druckschrift 
4 (1842) P - Z
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

40

Plötz Plotho.

Königsberg in <ler Neumark. Aus dem lialberstiidtisclien war der Ge-neralmajor und Chef des Husarenregiments No. 3 v. Pietz, der imJahre ISiO im Pensionsstande gestorben ist.

Plötz (Pietz), die Herren von.

Kin altadeliges Geschlecht in Sachsen und Pommern, dessen Ab-kunft man von den alten Grafen von Plötzke oder Plötzgau herleitet.In der ersteren Landschaft gehörte es zum Adel des Stiftes Würzen.Jn Pommern wurde es mit mehrern Gütern belehnt, namentlich mitStuchow, Medewitz, Staarz u. s. w. im Kreise Greilfenberg, später auchmit Krakow, Gurnitz bei Stettin und Zirslaif auf Wollin. Stuchow,Medewitz u. s. w. kamen von dem Landrathe Joachim Christoph vonPlötz am 18. März 1713 auf seinen Sohn, den Geheimenrath MichailChristoph v. Plötz. Dieser hatte nur einen Sohn, Joachim Heinrich,der 1775 kinderlos starb. Die Antheile desselben an den Gütern ka-men an die Familie v. Brockhausen. Andere Antheile sind noch ge-genwärtig in den Händen der v. Plötz. Eben so gehört der Familienoch gegenwärtig das Gut Kliicken, im Kreise Pyritz, welches derLandschaftsrath August v. P. besitzt, und das Fidei-Commiss Stregowim Kreise Camin. In der Armee gelangten zwei Brüder v. P. vonder pommerschen Linie zur Generallieutenantswürde. Der ältere warChef des Regiments No. 42 in Warschau und starb im Jahre 1819;der jüngere, Friedrich Wilhelm v. P., früher Commandern' des Regi-ments König in Potsdam, war zuletzt Commandant von Stettin undstarb 1816 als pensionirter Generallieutenant. Unter Friedrich demGrossen hatte sich Hans Ernst v. P. besonders ausgezeichnet, der alsOberst, Chef des Cadettencorps und Amtshauptmann zu Balga undErbherr auf Stresow und Bresow, im Kreise Stargardt, am 29. April1782 starb.

Die von Plötz führen im rothen Schilde einen Schwan, und aufdem gekrönten Helme drei Straussfedern (weiss, roth, gold). DieIlelmdecken roth und silbern.

M. s. v. Meding, II. No. 648. Gaulle, I. S. 1214 u. f. Micraelius,S. 515. v. Uechtritz, diploinat. Nachrichten, V. S. 116123.

Plotlio, die Freiherren und Herren von.

In früheren Zeiten schrieben sich die zu dem uralten und vorneh-men deutschen Adel gehörigen v. Plotho, Edle Herren v. Plotho. Siesind in verschiedenen Ländern verbreitet und angesessen; namentlichbesass und besitzt zum Theil noch heute diese Familie im Ilerzog-thurne Magdeburg die Schlösser und Güter Parey, Lütchen-Ziatz, Gen-thin, Zeihen, Ringfurt, llenburg, Resen: im Fürstenthuine Anhalt dasGut Weissen-Golgau; im Mansfeldischen das Kloster Gerbstädt; ebenso besassen die v. P. in Flandern die Herrschaften Engelmünster, Viveund Rossbrück. Auch in Pommern waren die Edlen Herren v. P.begütert. Die Linie in Flandern, die sich nach ihrem BesitzthumePlotho v. Engelmünster nannte, wurde am 13. Sept. 1643 in den Frei-herrnstand erhoben. Auch in Schlesien ist jetzt ein Zweig derFreiherren v. P. begütert. Das Stammhaus der Familie, Plato, in frü-heren Zeiten Plotho genannt, liegt im Magdeburgischen, ist aber schonlängst in andere Hände gekommen. Zuerst geschieht in einer Ur-kunde der Stiftskirche zu Brandenburg vom Jahre 1170 eines Johannv. P., der als Zeuge vorkommt, Erwähnung. Mit den drei Sühnen