VON L U k O I>
Der Pallast des Königs in Spanien hat nurein eintzigeFa^ade/ soüber seinen? grossen Portal stehet / ist auch nicht einmal ausgebauet/ Mas-sen an einem von dessen Haupt-Gebäuen der gantze ober-Gibel mangelt;wie dann solches aus beygebendem Abrisse beyder Pallaste, unschwer zusehen ist.
Von dem Schlosse / Versailles genam.
JsprzchtigeKjniglichc!ufi-Haußligtg«gcnwestmivIlrM!il«»von Paris / in einem Thale da der Grundt ein wenig erhoben/umb dessen wegeundgegenden alle abjagtbare örter undWildba-nen hinaus gehen/ zur Zeit des Königs LudoviciXin. war diesestin mittelmassiges Gebäu und zu einem Jäger-Hauße angesehen. Esbestünde schlechter Dinge aus einem GeHause / zweyen mit vierEck-Gesbäuengeschlossenen feiten Bezimmer/ einem Thier-Gatten / und mit ei-ner Menagerie (einen ^and-Hauß und zu allerhand Viehhaltung gewid-meten Hauß-undHof). Aber der itzt regierende König Ludov XlV.vor-Habens alda mit einer grossen Hofhaltung zu logiren/hat denOrtergrös-sern / und das alte Schloß vermittels einem weit herrlichern einschliessmlassen. Etwas von dannen hat man herrlicheHäuser für vornehme icuteauffgerichtet/ und an dem Wege so gen Paris gehet/ eine Stadt gebauet/da du Wohnungen so wol. was den Grundriß/ als auch den GibelunddieAufführung und Ordnung betreffend/fastgleichförmigseind.
Ob wohl das alte Schloß mit Brust- und andern Bildern undGergüldungcn über alle Massen herrlich staffirtwar/so hat doch dessen stel-lung mit uichten vergnüget / sondern / weiln sie es gegen die Prächtigkeitdeß neuen unproponiomret erachtet/ haben sie Anno 1678. dessen hindernTheil abwerffen lassen/damit das neue mit allen seinen Schönheiten destosichtbarer hervor käme- Da, kan man mit Warheit sagen/daß etwas rechtstattliches von Gebäuen gesehen /und die Kunststücke der Baukunst mitder meisterlichen Arbeit der vortrefflichsten und berühmtesten Mahler undBildhauern unserer Zeiten vergesset werde; ja die besondere Herrlich-keit eines-jeglichen Gemachs macht fast alles zu nicht / was in andern Lan-den an? raresten gefunden wird/ und wäre wol einer Beschreibung werth/so die enge Gräntzen dieses kurtz eingezogenen Begriffes nicht enthaltenkönnen.
Der Thier-Garten dieses Königlichen Schlosses ist von einer unge-meinen Weite/und beschleust noch einen kleinern/da dieiust-Gälten undPslantz-Belte seinv. Es ist nichts so schön und wunde» bares mit Augenzu sehen/als die verschiedene Theilungm/Emfangungcn/Laubcn und an-dere Lieblichkeiten/dieses kleinern Parcs oder Thiergartens. Was will
ich