304
und wilde Enten, welche letzteren man durch einen hölzernen bemaltenEntrich, den ein Taucher auf dem Wasser bewegt, in die Netze lockt. Manpflegt sie auch mit den Händen zu fangen, indem der Taucher den Kopfin einen Kürbis steckt und die Enten bei den Beinen unter das Wasserzieht. Ehen diese seltsame Jagd ist auch auf dem Nil in Gehrauch, und umdie Enten nicht scheu zu machen, läfst man leere Kürbisse auf dem Wasserumhertreiben. Zur Winterszeit, wo die Enten sich hier einstellen, werdensie in solcher Menge gefangen, dafs man das Stück für einen Groschenkauft und in der ganzen Umgegend eine geraume Zeit fast blos von Entenlebt. Für die Taucher ist aber die erwähnte Art des Entenfanges nicht sel-ten lebensgefährlich, indem sie oft für todt aus dem Wasser getragen werdenund ihnen das Blut selbst aus Augen und Ohren hervordringen soll.
Auf Befehl des Pascha wurde, während meines Aufenthalts in Damiette,der längst eingegangene Kanal zwischen Mesrah und Menzaleli wieder aufge-graben, durch welche weise Maafsregel man eine beträchtliche Landstreckefür den Pieisbau zu gewinnen hoffte. Durch Wiederherstellung des altenKanalsystems in gröfserer Ausdehnung liefse vielleicht auch die mendesischeund die tanitische Nilmündung, die sich jetzt beide in den Manzaleh ergie-fsen, wieder fahrbar machen, da sie nur einer geringen Austiefung zubedürfen scheinen, indem sie noch jetzt bei ihrem Eintritt ins Meer sechsbis fünfzehn Fufs Wasser halten und die Aufschwemmungen blos aus Thonund Sand bestehen.
Dies wäre um so wünschenswerther, da der Boghaz von Damiette nurvier bis fünf Fufs Wasser hat und deshalb von beladenen Seeschiffen nichtbefahren werden kann, die vor dem Einlaufen durch kleinere Fahrzeugegelichtet werden müssen, was bei stürmischer Jahreszeit oft in mehrerenWochen unmöglich ist. Auch diese Untiefe soll von einer Sicherheitsmaafs-regel gegen das Einlaufen feindlicher Schiffe in den Strom herrühren, sowie Saladin die kanobische Nilmündung durch die Versenkung von 400 Gra-nitsäulen unfahrbar machte. Der Sicherheit wiegen liegt auch das jetzigeDamiette nicht an der Stelle des alten Thamiatis, dessen Namen es führt,