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eingeladen hatte, und die ihre ganze Kunst aufboten. Aber weder ihrGesang, noch ihr Tanz wollten mir sonderlich gefallen, obgleich alle anwe-senden Levantiner ihnen entzückt die deutlichsten Beweise des Beifalls zoll-ten. Im Tanz, den sie mit metallenen Klappern begleiteten, bestand ihrehöchste Kunst in einem wollüstigen Wiegen und Drehen des Körpers, wobeisie sich dicht vor jeden Anwesenden hinstellten, und jene unanständigenBewegungen so lange fortsetzten, bis dieser ihnen ein Geschenk darreichte,dessen Betrag sie dann gewöhnlich der Gesellschaft bekannt machten. Ichentfernte mich bald, erfuhr aber, dafs die übrige Gesellschaft, aus gebildetenMännern, Frauen und Mädchen bestehend, ihnen mit dem gröfsten Entzückenbis zum folgenden Morgen um drei Uhr zugehört und zugesehen habe.
Diese Sängerinnen waren verheirathet und galten für anständige Frauen;bewundernswürdiger als ihre Kunst aber schien mir die Unersättlichkeit, womitsie Branntwein und hitzige Getränke, heinahe die ganze Nacht hindurch, ingrofsen Gläsern hinunterstürzten, um ihre unerschöpflichen Gesangsorgane zuerfrischen. Andere dieser Weiber leben als Hetären, zahlen der Regierung einenTribut und vererben gewöhnlich ihre Kunst auf ihre Töchter. Sie wohnengemeinschaftlich in kleinen Städten und Dörfern, besonders zu Metubis inUnterägypten, ziehen aber im ganzen Lande herum, und erhalten, vorzüglichwährend der grofsen Feste, schaarenweis Erlaubnifs, in die Städte zu kom-men. Bei einer Ausflucht nach Matarieh fand ich ein ganzes Lager derselbenhei einander, das, wie man mir sagte, nicht weniger als hundert enthielt.Einige sind jung und hübsch, sehen aber gemeiniglich sehr entkräftet aus.Man pflegt sie in die Harems zu berufen, um die jungen Mädchen im Tanz,im Gesang und in der Grazie zu unterrichten; und weil diese Weiber oftreich sind, finden sie bisweilen Gelegenheit, sich gut zu verheirathen. Siefärben, wie die meisten Orientalinnen, die Nägel, das Innere der Hand, dieFufssohlen und oft auch Kinn und Wangen mit Henna (Lausonia inerrnis,einem Baum, der schon hei Cairo wächst *)J orangegelb, die Augenlieder,
*) Man s. Hrn. Prof. John-'s chemische Analyse der Blätter desselben unter den Beilagen.
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