Zelt dringt, und den Augen leicht nachtheilig wird. Zur Bewaffnung sindeine Doppelflinte, ein Säbel und Pistolen hinreichend, Trombons, Hand-schars oder türkische Attagans dienen mehr zum imponiren als zum Gehrauch.Uebrigens mufs man in der Wüste immer schlagfertig seyn.
Alles was man bei sich führt, mufs in Körben aus Palmblättern und infesten Koffern aufs sorgfältigste verpackt seyn, um Fall und Stöfs aushaltenzu können; auch wird man wohl thun, die Gepäcke zu numeriren, umOrdnung und Uebersicht zu erhalten. Die Wasserschläuche mufs man stetsfeucht und geölt aufheben lassen, und eine bedeutende Ueberzahl mitneh-men, um die schadhaft gewordenen zu ersetzen. Uebrigens rechne mannicht mit zu grofser Sicherheit auf das Vorfinden versprochener Wasser-quellen und Brunnen; oft wird man getäuscht, oft verfehlt man den rechtenOrt, oft findet man die gesuchte Quelle versiegt, oder verschüttet, oderdurch eine früher eingetroffene Karavane besetzt und erschöpft. Ich geriethmehrmal durch solche unvorgesehene Unfälle in die gröfste Verlegenheit.Man versorge sich daher stets mit doppeltem Wasserbedarf, und führe die-sen immer auf besonders dazu bestimmten Kameelen, weil sonst das Aus-laufen und Zerplatzen der Schläuche, welches mir einigemal widerfuhr, denProviant und alles, was man hei sich führt, zu Grunde richtet.
Einer zu wissenschaftlichen Zwecken ausgerüsteten Karavane sollten einigePferde und Dromedare zugetheilt werden, damit man, ohne den Zug aufzu-halten, mit Leichtigkeit kleine Abschweifungen machen könnte, um merk-würdige Punkte zu untersuchen. Ueberhaupt kann man zu kleineren Excur-sionen mit Vortheil sich der Dromedare bedienen, die, scharf angetrieben,drei deutsche Meilen in einer Stunde zurücklegen; jedoch halten sie es nichtauf die Länge aus, sondern laufen, einen Tag in den andern gerechnet,nicht mehr als etwa sechs Meilen; das Kameel legt dagegen, seihst heietwas beschleunigtem Schritt, in zwölf Stunden nur vier deutsche Meilenzurück. Der schnelle Gang des Dromedars ist aber dem Reiter beschwerlichund greift leicht die Brust an, w r ie es meinem Begleiter in Oberägypten,Herrn Dr. Ricci , widerfuhr, als er mit Herrn Linant den Sinai besucht