202
von 2000 Menschen, welche im Jahr 1805 verschüttet seyn soll, erlagenvielleicht dem Chamsin oder dem Durst, und erst die Leichname wurdenmit Sand hedeckt, wie dies in unserm sandigen Norden in viel kürzerer Zeitgeschehen dürfte. Ich habe hei wiederholtem Bivouakiren im Sande wäh-rend heftiger Stürme nie mehr als einen unbeträchtlichen Sandanflug bemerkt.Herr Costaz theilt in den Mcrnoires sur l'Egypte, Tob I. p. 264. eine ausführ-liche Analyse des Sandes der Wüste mit.
An fliefsendem Wasser gebrach es überall, aufser in den Oasen. Ein-zelne Quellen und die zahlreichen Zisternen, in denen das Regenwasser sichsammelt, liefern dem Beduinen und dem Reisenden oft nur einen kärglichenTrunk; daher manche Stellen der Wüste wegen völligen Wassermangelsganz unbewohnbar und oft ohne alle Vegetation sind. Verwundert war ichdeshalb, an mehreren Stellen Pflanzen in Menge zu linden, die ich hei denversengenden Glutwinden und auf solchem Boden nicht erwartete. In demnördlichen Terrainabschnitt längs der See fand ich den Liehen prunastri,vorzüglich häufig auf Licium barbarum, Lilien und Ranunkeln, aber, dervorgerückten Jahreszeit wegen, verblüht und in Saamen aufgeschossen, fernerAspnrngus, einige stachelige und Schweizer-Species, die Rcaumuria vermicu-lur/s , die Dolde:- Echium Reuwolfii und eine andere neue Art, einige Salsolen,besonders Sa/sola frngus, ein Enjigium, dem mnritimum verwandt, ein Ma-nubrium, eine Art Raute und andere Pflanzen, über welche die Berichte derHerren Doctoren Hemprich und Eiirenberg belehrendere Aufschlüssegehen werden. Nur eine Bemerkung erlaube ich mir noch hinzuzusetzen,dafs nämlich alle Gewächse, die hei uns als zarte Pflanzen mit weichemStengel erscheinen, wenn man sie in Libyen wiederfindet, einen derberen,strauchartigen Charakter annehmen und holzige Stengel zeigen.
Weiter im Innern, die Oasen abgerechnet, wird die Vegetation spär-licher, doch traf ich längs dem Gebirgszuge bis nach den Natronseen, aufserPalmen, besonders häufig die Mimosa nilotien, den Gummibaum, das Hetly-snrurn Alhngi, und an morastigen Stellen viel Binsen, Schilf und Rietgras,unter denen die Poa multißom. Unsere Kameele fanden beinahe stets ihre