195
nach Europa; leider wird es aber nicht gehörig gereinigt, durch welche anOrt und Stelle leicht vorzunehmende Operation man dessen Werth unend-lich erhöhen würde.
Der Beduinenstamm der Jovat'si, dessen Gast ich so unerwartet gewor-den war, ist besonders mit dem Transport des Natrons beschäftigt. Eswohnen aber aufserdem noch viele Araber in diesem Vadi, tlieils an festenPunkten, theils umherziehend, weil es ihnen, nächst gutem Wasser, an vielenStellen reichliche Futterkräuter für ihre Ileerden und Lasttliiere darbietet.
Den 25sten Morgens um 6 Uhr verliefsen wir das Lager der Jovaisi,zogen zuerst durch Sand und Kies längs einem der Natronseen hin; dannbogen wir etwas rechts ab und machten unweit eines Brunnens, an einemreich mit Pflanzen bewachsenen Platze Halt, um die Kameele zu tränkenund zu füttern. Schräg gegenüber befand sich eins der vier im Natronthalebelegenen koptischen Klöster, welches bei den Arabern den Namen Sa/'d-El-Magarin führt *), und wie die übrigen im vierten Jahrhundert nachChristi Gehurt gestiftet seyn soll. Um halb vier Uhr zogen wir weiter, undnahmen Abends um sieben Uhr unsere Lagerstelle an einem mit R.autesparsam bewachsenen Ort.
Den 26sten November Morgens um drei Uhr machten wir uns wiederauf den Weg; einzelne Fiautenbüsche gaben der öden Gegend voll Sandund Kies hin und wieder einiges Leben. Der Terrainabschnitt, welchen wir
*) Die andern drei Klöster heiTsen nach derselben Mundart: Labiat, Ou Serian und Abouma-kar. Ich hatte früher die Absicht, einige dieser Klöster zu besuchen, da ich aber erfuhr, dafs ihreBewohner sehr roh und ohne alle Geistescultur wären, und sie aufser ascetischen Manuscripten nichtsMerkwürdiges aufzuweisen hätten, ich sie auch nicht ihrer schlechten Kost von Hülsenfrüchten be-rauben wollte und des sülsen Wassers nicht bedurfte, so gab ich meinen Vorsalz auf. Diese imwahren Sinne des Worts an geist- und zeitlichen Gütern armen Anachoreten, müssen gezwungenerWeise, wie die Bewohner des Klosters auf dem Sinai, die Gastfreiheit gegen die Araber ausüben;bei welcher Gelegenheit sie ihnen aber die Lebensmittel bei verschlossenen Thören über die Mauerzukommen lassen, aus Furcht, dafs sie bei Oeffnung derselben in das Kloster eindringen möchten.
a . d. j :
25*