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[Hauptbd.] (1824)
Entstehung
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aus dem Sande ein Widder hervor, der mit dem Fufs eine Quelle auf-scharrte; es war der Sonnenquell des Ammonischen Heiligthums 1 ).

Vielleicht haben wir indefs hei unserem Bildwerke nicht blofs an dieWunderquellen von Siwah zu denken, die Ammon gab, sondern die viel-deutige Sphinx erinnert, wie gewöhnlich, auch hier an den heiligen Nil;denn so grofs war die Verehrung der Aegypter für diesen Strom, dafs, wohinihre Religion sich verbreitete, auch der Dienst desselben mit aufgenommenwurde. Am siebenten Tag vor den Iden des Junius beging man im ägypti-schen Cultus zu Rom ein Fest, weil mit diesem Tage der Nil von denThränen der Isis 2 ) zu schwellen anfing; und am 20sten desselben Monatsein anderes, weil er dann zuerst aus seinen Ufern trat 3 ). Das im Isis-tempel an diesen Festen gesprengte Wasser war aus dem Nil geschöpft undüber's Meer nach Rom gebracht; man glaubte den Strom des Segens imTempel gegenwärtig zu sehen 4 ).

Unter der Sphinx, auf einer hohen Base, steht der heilige Falk, dasSymbol Gottes, der Sonne, des Geistes, der Seele, des Windes, des Feuers,des Siegs und alles Erhabenen und Tiefen s ); denn ein Falk hatte denPriestern zu Theben das göttliche Gesetzbuch, mit einer purpurnen Schnurumwunden, vom Himmel gebracht. Die über ihm schwebende Scheibebezeichnet die Sonne; die zu beiden Seiten aus derselben hervorragendeSchlange, den weltbelebenden ewigen Genius 6 ); an ihrem Halse trägt sieden mystischen Schlüssel. Ehen dieser Falk erscheint auch unter den frag-mentirten Bildwerken einer ganz ähnlich verzierten inneren Thür 7 ).

Unter dem Falken sieht man in einem besonderen Felde den Ueberresteiner männlichen Gestalt, welche betend die eine Hand erhebt. Wahr-scheinlich ist es wieder der schon vorgekommene Wohlthäter oder Erbauer

1) Servius zu Vir. Aen. IV, 196. 2) P ausanias X, 32.

3) Jablonsky de diebus Aegyptiacis in Calendario Romano. Opusc. Vol. II. p. 295. und 302.

4) Servius zu Virg. Aen. II, 116.

5) Horapollo I, 6. 7. II, 15. Aelian. Hist. Anim. X, 24. Diodor. I, 89.

6) Horap. I, 64. 7) Tafel X. Fig. 1.