Druckschrift 
[Hauptbd.] (1824)
Entstehung
Seite
77
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alten Erzählungen von einzelnen oder wenigen Menschen, die ein ganzesschlafendes Lager erwürgen, buchstäblich wahr sind. Durch gemeinschaftlicheBemühung wurde endlich das Zelt wieder aufgerichtet, und um die Strickeund Befestigungspfähle zu halten, machten unsere Beduinen sich keinGewissen daraus, einige nahgelegene arabische Gräber zu demoliren, mitderen Steinen sie die Pfihle belasteten. Bei dieser Gelegenheit wurden derMameluck und ein Araber von Scorpionen gestochen, die in grofser Anzahlunter den Steinen sich aufhielten. Die Zerquetschung eines solchen Thieresauf der frischen "Wunde von Seiten des ersten, und hei dem Araber dasunmittelbare Ausbrennen derselben, wurden als die sichersten Heilmittelsogleich angewandt. Endlich konnten wir uns wieder zur Ruhe legen, aberes stürmte und regnete fort bis zum Morgen.

Am 3ten fanden wir dadurch die Luft angenehm abgekühlt und denStaub gedämpft. Der Brunnen La-Rabbia in unserer Nähe gab reichlicherWasser, anderes sammelten wir mit Bechern aus den Felsenhölungen, unddie Kameele wurden aus den hin und wieder zusammengeflossenen Regen-lachen getränkt. Da mir überdies der Scheik meldete, dafs er aufser zweiBrodten keine Lebensmittel für seine Araber mehr habe, und nur auf fünfTage Gerste für unsere Pferde, so dafs wir hei längerem Verweilen Gefahrliefen hier zu verhungern, und ein sehr angestrengter Marsch nöthig seynwürde, um Siwali in vier Tagen zu erreichen: so entschlofs ich mich, amfolgenden Morgen weiter zu ziehen, wie sehr auch mein offener Arm einelängere Ruhe verlangt hätte. Dem Ziegenhirten, der mir täglich die sowohlthätige Milch nach seinem Versprechen treulich gebracht hatte, schenkteich ein Messer, ein Goldstück und etwa ein Pfund feines Pulver. Auf letz-teres setzte er den höchsten Werth, und die Beduinen verstehen sich trefflichauf die Güte desselben; aber die Politik des Pascha erschwert ihnen aufalle Weise dessen Ankauf.

Wir machten uns also den 4ten November um halb 7 Uhr wiederauf den Weg, und durchzogen eine mit Futterkräutern für die Kameelenoch ziemlich bewachsene Gegend. Abends um 5 Uhr schlugen wir bei