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Bleiben wenig geeignet. Der Brunnen, welcher mir zum voraus von demSchwager des Scheiks als vortrefflich geschildert war, enthielt zwar gutesWasser, aber so wenig, dafs er in vierundzwanzig Stunden kaum dreiBockshäute voll lieferte, welches wohl für die Menschen, aher nicht zumTränken unserer Thiere hinreichte. Diese mufsten daher einen ganzenTagemarsch zurück nach Bir El-Kor zur Tränke geführt werden, wo dasSchöpfen des Wassers aus dem sehr tiefen Brunnen jedesmal einen halbenTag wegnahm, und nur mit grofser Mühe bewerkstelligt werden konnte;und doch waren die armen Thiere schon wieder verdurstet, wenn sie dendritten Tag zu uns zurückkehrten. Zum Glück befand sich etwa eine Meilevon unserem Lager ein einsamer Ziegenhirt, der mir täglich eine FlascheMilch zu bringen versprach, die mir zur Erquickung und zu Umschlägenfür meinen Arm, an dem ich unsäglich litt, sehr willkommen war. Ichmufste bis zum achten Tag hier bleiben; wie schrecklich wäre, ohnediese zufällige Labung, meine Lage gewesen! Jener arme Araber behaup-tete, nicht mehr als zwei Ziegen hei seiner Heerde zu haben.
Den 28sten blies ein starker Südwestwind, den die Araber Merisy nannten,und der Krankheiten herbeiführen soll. Ich litt den ganzen Tag viel, machteindefs eine kleine Ausflucht, um den nahe gelegenen Bergrücken zu unter-suchen. Glücklicherweise brach in der Nacht mein Arm auf, der entsetzlichangeschwollen war. In eben dieser Nacht schössen die Araber einen Wolf,den sie durch einen hingeworfenen Ziegenmagen herbeigelockt hatten. Erwar etwas kleiner, als die in Europa gewöhnlichen, aher sehr fett. DieAraber machten sich sofort über ihn her, balgten ihn ah, brieten und ver-zehrten ihn mit grofser Lust. Ein Religionslehrer, der kurz nach vollendeterMahlzeit ins Lager kam, und merkte, was sie gespeist hatten, schärfte ihnendarüber sehr ernstlich das Gewissen. „Der Wolf müsse zu den Hundengezählt werden, und sey eine unreine, verdammliche Speise." Die Araberentschuldigten ihren Verstofs, indem sie meinten, dieser Wolf sey gar fettgewesen. Ueberhaupt bewiesen sich meine Beduinen bei allen Gelegenhei-ten als sehr laue Anhänger Mohamed's.
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