Druckschrift 
[Hauptbd.] (1824)
Entstehung
Seite
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Der Mameluck, mein Dragoman, sprach arabisch und französisch aufsbeste und war ein gewandter Mensch; aber schändlich dem Trunk ergeben,und offenbar mehr in Furcht, dem Scheik zu mifsfallen, als mir; und dochkonnte ich mich nur durch ihn mit jenem verständigen.

Die Araber unserer Bedeckung wurden absichtlich aus verschiedenenStämmen gewählt; so schien es, wir würden mit allen Beduinen in Friedenseyn. Aber dafür herrschte die Zwietracht in unserer Karavane selbst, undgab immer Anlafs zu Aufenthalt; nichts konnte ohne Divan abgemachtwerden. Und wenn dieser Umstand in einem besonderen Fall uns viel-leicht das Leben rettete, so waren alle doch in einem Punkt immer einig,in ihrer Feindschaft gegen uns.

Man wird sich vielleicht wundern, in der folgenden Erzählung eineKaravane geschildert zu finden, deren Zustand so ganz von dem abweicht,der aus so vielen Darstellungen bekannt ist. Es wird also nicht unnöthigseyn, darüber ein Wort zur Erklärung beizufügen.

Gewöhnlich schliefsen Europäer, welche die Wüste bereisen, sich jenenregelmäfsigen Karavanen an, welche sie in allen Pachtungen durchziehen,und von den Hauptorten meist zu bestimmten Jahreszeiten abgehen undwieder ankommen. Die Strafsen, die sie wandern, die Lagerstätten undPiuheplätze, die Schnelligkeit und Ordnung des Zuges, die Zeit des Auf-bruchs und fast auch die des Anhaltens, alle diese Dinge sind geregelt und,wenn nicht etwa ein unvorgesehenes Unglück eintritt, immer dieselben.Wer mit ihnen ziehen will, wird mit dem Führer einig wegen des Preises,den er für seinen Theil zu bezahlen hat, und mufs nun dem Zuge folgen,den er weder aufhalten, noch beschleunigen kann. Das Wegräumen allerHindernisse ist zunächst die Sorge des Führers und der Bedeckung, die erzum Schutz der Karavane jedesmal mitzunehmen für nöthig hält, und diein seinem Dienste steht.

Die unsrige dagegen war ein Privatunternehmen von meinen Gefährtenund mir; wir allein bildeten sie, und sämmtliche Araber waren in unseremDienst. Allein wer unter gleichen Umständen sich den Beduinen anvertraut,