Druckschrift 
Fama || Avstriaca : Das ist/ Eigentliche Verzeichnuß denckwürdiger Geschichten/ welche sich in den nechstverflossenen 16. Jahren hero biß auff vnd in das Jahr 1627. begeben haben. Darin sonderlich die Böhmische Vnruhe vnd Außgang derselben/ neben viel andern sachen so sich fast in der gantzen Welt zugetragen/ erzehlet werden Sampt einem kurtzen Stam[m]Register deß Hochlöblichen Hauses Oesterreich
Entstehung
Seite
226
Einzelbild herunterladen
 

!26

Gedenckwürdiger Geschichten

Traff vonThun,zeug« mi«

dcm Vöh'

gehorsambst vorzutragen / pnd vmb GottesBarmhertzigkcitwillcn zu bitten/ nit vnter-lassen/cswolteI..M. jr selbst änderstnit einbilden/ als ob zu dero Füssen ohne vn-derscheid alle vnnd jede Hohe vnnd NidernStands Personen in eusscrstcr Noch vmbHülff/ Rath vnd Rettung instandiglich beydero Ansuchung thaten / damit nicht allemdurch I.M. gnädigste Vermittelung keinVolck austVngarn vnd andern Hrchcn/ lndiß wand gebracht/ sondern dasdaru,ablie-gende abgeführet/ vnd die entliehe Devastl-rungabgewendet/auch der armeMann/vndwas m dessen Armuth noch pro allmenrosey/ nicht also gar verderbt vnnd verzehrtwerden möchte,

-Demnach/wie drobk vermeldet/ derGraffvon Thurn die Ständt in Mahren zur V- nion vn Conf«deration mit der Cron Böh-mischen^« wen gebracht/ist er mit dem Wäger vorWtenderQtn-r/ auffgkbrochm vnd lnNidcr -Oestcnclch ge-reich ' 1 ruckt/dnndvnderschicdlicherHertersichbe-mächtiget/vn we»l dleStatt ^.aba cinGuarnison eingenomen/vnd sich sin entgegen geseyet/als ist er Graffdarvor gcrück/ vnd hatsie mit Gewalt zur auffgebung nötige wol-ten/vnter dessen haben die wucherische NiderDestcrteichische Stande/ welche lang Mitselbigen Catholisch? Standen tractirt/aberzu keinem Vergleich kommen mögen/ ihreAbgesandten zum Grasten von Thurn ge-schickt/zu verncmcnWarumb er mit so star-ker Kriegsmacht in diß vnschuldige wandtgcrucket/ vnndauffihre GütcrdasKricgs-volckguartirt/da sie doch wieder Böhmennichts gehandelt / begehrten dcrhalbcn/ Erwolte dasselbe wider ab vnnd zurück führen:Mitvermelden.'^) die Ezchmben/ so sievon Böhmischen Standen lud <laro denfünfften Martsi vnd vier vnnd zwanzigstenAprilis empfangen/nicht beantwortet wor-den/sey d»e Vrsach weiln die Cathol. NiderÖcsierreichijcheStand jhr categorischeAnt-wortauffdieLonrenravcrschoben/iurcrim

stäts gehofft wordk/sie würde sich einsmalenerklären. Nach dem aber keine kategorischeAntwort zu hoffc/seyc jnen die bcgene Con-foedcration gar nicht zu wider / sonderlichweil Keyser Matthias Christseligster Ge-dächtnuß/Anno 1614- zu Budwelß dc Stan-den selbst ein Teeret zugefertigt/ daß sie auffAnno 16/5-, zu Prag angestellten Generalwandtag sie Ausschuß schlcke/vn solcher-focderation wege mit einander sich verglei-chen solten/auff welches sie/die Ständc/jetz-und sien Gesandten Macht/ geben gedachteConf«deration würcklichzuschlicssen/ dochdaßdteselbe nit wider das hochlöblichcHaußDester:eich/noch wider dieCathol.Stände/vnd derselben Religion sey.Dicscs Anbringthabcfünffauß dem HermStand/ fünffauß

dem Rittcr-vnd fünffauß dem Burgerstandbeyderseits mit gutem Willen vermhtet.

Den,;. dcß Monars MaijsetnddcrCa-tholischen Nidcr Destcreeichischen StandGcsanten auch zu dem. Grasten von ThurninsBöhmischewäger gereiset/ IhrAnbringehat Her? Grast vonBuchaim gethan.Erst-lich/ Die Catholische Stande hetten nie-maln wider ihnen Graffen/ noch die Böhm.iVtand was vorgenommen/ oder zu thun ge-sonnen gewcscn/sondcrn jederzeit zumFricdctrcwlich gcrahten.ll.Battcn dieStänd/ErGraff wolte dasVolck vonAwcttcl vnwabaabführcn.Ill. Die begehrte Conf«derallonbetreffend/ wcrcn sie mit den EvangelischenStande allerdings nit verglichen/ erwindctenur noch an eine Puncten/ solt aber chist bc-schehen/ dahcro wolte Er Graff ihrer vcr-schonc/vnd sie es nit entgelte tassen.Darauffhat derGraff geantwortet: Daß wz dieBoh-Mischc Stand gethan/ seye sie darzu gctrun-gc worde/wolte auch noch n»t gern ohneVr-ach wider jemand wz fürnemcn/ aliein da ergeworbenes Volct wisse vn finde/dc ziehe ernach/sonst scye er allein zuErhaltung F ried/Ruhe vnd Etnigkelt/vnd den Bedrangcenzuhclffen/in dtß wand geruckt/Seinen Feindeaber setze er nach/ vnd solte sie gar zu Jerusa-lem seyn/hat auch Mit hohe Schwur bethew-rct/dz er sicheinmal Gottergeben hette/ vnddemsclbc bcfohlen/dz es soll vnd muß znuschcdenEatholischc eineGleichheik seyn/die Ca-tholischcn müsten nit mehr seyn als tue Eu-angcltsche/die Catholische seyen so gut als dieEvangelische / vnddieEuangclischeso gut/ehrlich vnd redlich als die Catholische: Danob woldieCatholische einzeithero wie dzOelob dem Wasser geschwummen/ vnnd hergc-gcn die Evangelische vmcrgctruckt/ verachtvnd verfolget/ so sey es doch mt recht gewe-sen/man köndte es länger nicht leiden/dörfftcauch die Catholische garnicht gedenckcn/ dzman jnen vmb einHaar weichen werde/son-dern es müste gleich sein/ vnnd ohne Vnter-scheidt der Religion/eineGletchheit gehaltenwerden/ wz ein Theil hette/ der ander Theilauch also haben müste/ also ein beständigenFrieden vnd Vereinigung zu mache/ damit

künfftig ein regierenderer! viidwandsfürst

mit mehrer Reputation regieren / vnnd nnFrieden Hausen könne.Deß soll man sich ver-sehen/er habe sich einmal Gott ergeben/ vndbefohlen/ wölleMch denselben Gott vonHertzcntrewlich bittö/daß er sein Christlich-es rcchtmässiges vnnd billiches vorhaben be-fürdern/semwob erhalte/ seine Armstärckc/ihm ein Männliches Hertz vnd rittterllchenMuth geben vnb verleyhen wolle: Er müssemit der Wahrheit bezeugen/ daß er mit wabanichts fürzunemmcn bedacht gewesen/ wannnicht Volct darinnen gewesen were/ vnd sie

nicht