Gedenckwürdtger Geschichten
11S
Fürsten/vnd bereden sie daß sie hiedurch demFegfcwr entgchnvnd das ewig -Leben erlan-gen müssen.
Nun ist dicbasterung ntt new/sondcrn seindvorlangst von den Feinden der warenRclig.dieVorfcchter derselbe damit angczcpfft vnbeschwert wordc.Dic Juden da ficChristumden Hcr:n gern zum Todt hatten/ vnd keinandere Vrsach an im finde könten/gabc für/fie befinden daß er das Volck verkehrt.Vndbald darnach sagen sie: Er hat das Volck be-wegt/ vnd gelehrt durchdab Jüdische -Land/ec.Cbcn dieses ist auch den zApostcln wider-fahrcn/dan also seind Paulus vnd Sila fürsgerichtvndfürdicObristen gcbrachtvnd an-geklagt worden / daß fie die Statt irr mach-ten/ Vnnd bald darnach sagen dle Juden:Diese/ die den gantzcn Wcltkreiß bewegen/seind auch herkommen.
Nu kan man nit leugnen / daß da man inder Religion nit einig ist / leichtlich Awcy-tracht vnd Empörungen entstehen. S«nte-mal Predigt vnd Verkündigung des wahrenGlaubens denen gantz vnnd gar zu wider ist:welche in ihrer falschen Lehr ciffcrcn/ vnndderowcgcn dcn rechtgläubigen vn sonderlichden vorfcchtern der wahren Religion sp,n-nenfclnd sctnd.Dahcro weil der Her: Chri-stus vnd die Aposteln mitsolchcm ernst vnndflcißdie falsche Religion widerlegten/ diewahre pfiantzte / die Feind dcßGlaubens mitWorten krafftig strafften/ ihre Irrchumbenanzeigten vnd erwiesen/ihnenauff das ge-schwcr fühlten / ihre -Laster furwurffcn/ vnddie verkehrte vnnd böscaisschlag zu Nichtenmachten/seind fie bey den Gottlosen -LeutheninsolctMHaß gerahten/ daß fie ihnen nachbc>b vnd leben getrachtet / vnndmennigllchfie vmbzubrtngen angehetzt haben.
Derowcgen hat dcr Her: selbst zu verste-hen geben wöllen/ daß »nan wegen dcßGlaubens vnd Gottseligkeit / bißweilen auch vonden Nechst vcrwamen vnnd sctiiem eigenenHaußgesind sich absondern müsse / dacrzuseinen Jüngern sagt/Ihr solt nit meinen daßich kommen sey Fried zu senden auff Erden.Ich vln weht rommcn Fried zu senden/son-dern daß Schwel d. Dan ich bin koiMlien ab-zusondern den Menschen wider seinen Vat-ter/vilddie Toc.Kr wider ihw Mutter/vnVdes Sohns Fraw wider ihre Schwiger/vnddes Menschen Feind, werden sein eigeneHaußgcnossen seyn.
In diesem aber muß man nit sehen auff dasso gcschicht/sonder wer an solchenEmpörun-gen vnd zwcytrachten/so nu vnd dann an denOrten da vntcrschcidltche Religionen imschwang gehen/entstehen/ schuldig sey. Danwerwoltso venucktvnd Gottloßsein/ daßer sagen dörfft/ daß sie durch fre Predigt ha-ben vnesnigkeit angerichtet/ vnnd Auffruhr
and Krieg erweckt/ wicwol nit ohn/ das sol-che dingen auff ihre Predigt erfolgt feindeSolte man den Her:n Christumdarumb füreinenvrsacherdes samere/argernuß vnd an-dern vbcls halten/weil/als er kaum auff dieWelt kommen/der grewliche wütcrig Hcro-des so viel vnschuldige Kindlein hat todtenlassen: oder weil die Pharisccr sich an seinenWorten vnd Thaten geärgert: oder wcildicPriester vnnd fürnchmbste des JüdischenVolcks/ vmb seiner Wunderwerck wcgetl,m nach dem leben gewacht / auch endlichvmb dasselbe gcbracht/fich aber vnd ihr gan-tzcs Geschlecht in das eusserst verderben ge-stürtzt haben?oder daßvmbderChristlichen-Lchrwillcn(so doch icmchr zugenommen/schefftlger die Fürsten vnnd Potentaten dcrWelk darwlder gctobet vnnd gewütet) so vieltausentauffs grcwtlchst seind gepeinigt vndgcmartcrr worden?
Wollen wir dcnApostcln die schuld geben/daß die Juden d,e Erbar vtind andächtigeWeiber vnnd dcr Statt Obnstcn bcwegt/ vnnd ein Verfolgung vbcr Paulumvnd Barnabam crwecrt/ daß sie von denGrcntzcn hinaus gestoben worden? Ist es desH. Apostels Paul« schuldt/ daß die Judencinmühtig wider ihn auffgcstandcn/ vnd ihnfür Gericht geschlept? Ist er daran schuldigdaß da er zu Ephcso die Abgöttcrcy strafftvnnd vcrdampte/vnnd dieEpheser schrien/Groß ist die-Diana der Epheser/ d»e gantzeStatt fich Empörctc vnd sr: ivar?Vnd daßwir anderer vnzählichcr Exempeln gcschwi-gcn/ was kan Paulus darzu/ daß/da die Iü-den wider sn rufftcn vnd schrien/Dieser istder Ä^ensch dcr da wtdcrdas Volck vnd Ge-setz vnd wider dieses Ort behrct/:c. die gantzeStatt erregt vnnd ein zulauff des Volcksward? Soll man nu dem Her:n Christo vndden Aposteln die schuldt dieser Empörungenvndzcrmttungcnzumcsten?
Eben also ist es in diesem fall Mit vns be-want.Es wissen die Widcrsächer wol/ ia be-kennen es auch nicht ohne Hcrylcidt/daß vn-scrc Socictct/wicwol fie die geringste vnd anzeit die letzte ist/den Feinden der K irchen/wiedie auch semd/vnd derselben schädliche Prae-ticken vnd Anschlagen/ jederzeit möglichstesfleiß sich widerfttzt/vnd gleichsam e,n Mawrfür dem Hauß des Hcr:n gewesen/ wie fiedann sonderlich in diesenMltnachtigen ban-den/mit behren/Disputicren/Prcdigen Er-mähnen/Schreiben vnd rahtcn/ alles dahinrichtet/daß dw wahre Catholtsche Religionin denselben erhalten vnnd fortgcpflantzwerde.
Weit nu die Feind deß Glaubens sich dar-widerftßen/ auch öffentlich-Lermen blasen/dnd zum vnfkicd raht vnd that geben/ ist keinwunder daß bißwei len Auffruhr vnd Kne^
er-