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Fama || Avstriaca : Das ist/ Eigentliche Verzeichnuß denckwürdiger Geschichten/ welche sich in den nechstverflossenen 16. Jahren hero biß auff vnd in das Jahr 1627. begeben haben. Darin sonderlich die Böhmische Vnruhe vnd Außgang derselben/ neben viel andern sachen so sich fast in der gantzen Welt zugetragen/ erzehlet werden Sampt einem kurtzen Stam[m]Register deß Hochlöblichen Hauses Oesterreich
Entstehung
Seite
72
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tigct worden/viel weniger daß einem mit ge-waltdcrMund auffgebrochcn/ vnnd widerseinen Willen die andere gcstalltdeßH. A-bendtmals deß Hemn eingezwungen wor-den scye/aber solch vnerhörtcDing würdenaußgcb reitet für die ttnigc / die der Sachenwlffcnschaffr oder crfahrung nit hetten.

Dann die senigen/ die den frömbsten vonGottgelicbstcn Kevscr kennen / die werdennit leichtlich zu bereden seyn/ daß Ihre Ma-icstat das allcrheiligste Sacramcnt / dem siemit höchster Ehrerbietung/ Devotion vnndAndacht gleichsambgantz ergeben sey / alsovnwürdig vnnd vngöttlich cmvnchretvndvcrschlmpffct haben solle.

AumSicbcndcn wurde auch das vermeld/daß ihre Kirchen / dannn sie ihrer KcliZio-niz exercilium gehabt abgebrochen / vnndemgeriffen worden seyen/ Aberwan vnd wosey das geschehene Dann Ihr Mai. zuvor' nicht regieret habe«, / oder solches sey vmcrihrem selbst eigenen der Böhmen Regimentgeschehen. >

In gleichem wcrc ihr Achte pr-ttensionmit Trauttlcn vnnd Mährlcm sehr wol ge-spickt. Äann»n Böhmen keine Verwalteroder Vice König seyen : So bet KönigFerdinand dem Erßbtschössen Von Pragkerne Collaturcn gebe,» / vnd die Privitegiader Stände dem Bischoss nicht vntcrwürf-sig gemacht: Vnnd der ^ucckor deß Dis-curs setzt bequemt ich hinzu/ solches seye ge-schehen durch Mittel/ welche zu crzchlcn vrclzu mühsamscyen. Dann gewißlich daß Mitbestand vnnd warhcü beyzubringen ihnenNicht allem schwer/ sondern auch fast vn-müglich falle»» wurde. Dann wo kein Wesen-heit ist / da sey auch kem qualitet odcr gestalteines Dings.

Beym Neundten Puncten würden IhreMaisi.dcß srembden vbelhausrndcn Krrcgs-volcks/vnnd deß darauß erwachsenen Vn-heils halber sehr hart angriffen vnd angezo-gen. Aber wer sey der entstandenen Vnruh/VnwesensvüVnhcils ein Anfänger vnndRahtgcbcr gewesene Hetten nicht die selbstgenandte Olroctvrc.-; in Böhmen/ nach vor-genommener Vercndcrung deß Regiments/gleich daraussvnnd am ersten diesen Kriegangefangen / frcmbdcs Volck ohne Eoiffcn-tirung deß Königs m die Lander gebracht?Keysrr Matthias aber/ nach dem sie ihrVolck bereit gemustert hetten / feindlichengewalt von sich vnnd den scinigen abzutrei-ben/ hct alsdann allererst sich zubcwcrbcn/angefangen. Wie glimpfflich vnnd Vät-terlich diesen» allem »lach König Ferdinandnach tödlichen abgang Ihrer Majestät mitden widersetzlichen Böhmen gebahrct vnndvmbgangen/ zum stillstände der Waffen/wie nicht weniger zu gütiger Intcrpositton

der Chur vnnd Fürsten deß Heiligen Römi-schen Reichs sich erbotten/ die bestättigungder Privilegien vbersendet/ mn gnedigstcmbegehren / daß sie auß ihrem Mittel etlichePersonen zur vntcnede/ wie dcncmstandc-nen Inconuenientien zu begegnen/ vnnddenselben zum besten vnnd ehistcn abgcholf-fen werden möcht/ an sie abzuordnen/ sol-ches bezeugten Ihrer Majcstet an sie ab-gangcne / vnnd nun mehr m Truck verfer-tigte Schreiben: Hingegen sie Böhmen/die Römische Keyserliche Maicstet nicht al-lein keiner antwort gewürdigct/sondcrn ba-ten in mittelst die Mährischen Stände vndandere Länder gleichfals zum Abfall bewo-gen mit ihrem Kriegsvolck vber die Tho-naw »n Dester:eich gcfallcti/vicl örttreigei?-mäehtig vnd Mit gewalt eingenommen/kurtzdarnach für d»e Hanptstatt Wien glc»ch-samb für IhrcrMas. Angesicht vermeffem-tlch genähct vnd verrückt/ Ihr^äger da-selbst in den Vorstätten auff geschlagen/nichts Feindliches vnterlaffcn/ Eiidtlich alssie deß Königlichen Heers innen worden/widerumbin Böhmen ziehen Muffen.

Wen wolt dann wundern/ paß der Fried-liebende König nach dem zuvorderst alle ge-linde Mittel versucht worden/aber diefelbi-ge nichts hclffcn wollen/ daß Ihre Maicstetnach Kcysers Matthi» todt zu dem vorigen»n Budwklßvnd benachbarten Drthcnckcgenden Kricgsvolck/noch ein mchrer Volckso zuvor schon von Kcyscrlichcr Majcstetin anwai tui»g vnd bestallung auff gebrach«vnnd mit demselben gantzcn Hecrizusainmengestoffcn ha? Snitemain nicht die m itc ailein odcr Gnad/ soiwern auch die Gc. cchtigkcit den Königlichen Thron zieren locke,wicwol sie auch damahlcn nicht in dero Ge-rechten zorn der Gnaden viw Barmhertzzgvergessen hetten. Dann sie dem Dbersten^cmenant offne Patenten gebe»»/ darin für-schcn viind befohlen/ dieienigen/sowidervmbkchren wollen/ mit keiner feindlichenGewalt anzugreiffcn/ sie init nachlaffungdeß Verbrechens/ zu Gnaden anzunehmen.

Daß binden dran hienge/ die Gesetze mBöhmen ordneten vnd wolten/ daß ein jeder(ohne vnterscheid eigener Personen/ crseygleich ein König/ oder jemand anders) derfrcmbdcs Volck ins Königreich bringet/solle würckltch aller Würde entsetzet / vndfür einen Feind deß Vatterlandts dcclarirtvnd gehalten werden/dieses sey ein Gedicht/vnd in den OonllirurionibuLvnd Reichö-satzungcn nicht zu finden.

DcrSehendcGrund sey diefer/DieWahlKönigs Ferdtnandt seye nur von etlichenauffruhristhen Personenbefürdcrt vnnd be-schlossen tvorden / welche alle Hst vnndRenckc geb raucht zuvcrhindern/daß dtein-!

eorpo-