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Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
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415
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Reise Beschreibung.

4-5

Stadt viel/daß bey jedem Hause ein / vnd bißwellen zwey geraumeGarten scynd. Auff dieselben halten die Perser sehr viel/zieren sie abernicht so wol nach art der Europeer mit allerhand schönen Blumen/ alsmit vielen ordentlich gesetzten Bäumen von allerley Fruchten vnndWcmstöckcn/ sonderlich lieben slederIierligkelt vnd Schatten halberdie ^?in2r Baume/ist eine ,n Deutschland vnbekante art/ »vachftn ge-rade/vnd fast wie die Dannen hoch / ftynd ingeme»n einer halben auchbißwcilen einer gantzen Elen dicke; Ihr iaub ist breit/ dc,r Weinblät-tcrn nicht vnehntlch/tragcn keüie nutzbarcFrucht/bringen cinGcwäch-ft/welches so groß vnd rauch/als die Castamen/ das Holtz ,st Braun-liecht / krauß in einander gelausten / gleich als Masernholtz. Sie ge-brauchens zu Thür vnd Fenster jaeden / hat / wenns geöhldrencketwird / ein schön ansehen. '

Dieneheste-lustvnd Zierahk der Garten nach solchen Bäumen/seynd die außgcmaurten flachen Brunn / vnd Heller mit ordentlichgelegten Rennen / durch welche s»c das Wasser von einem Brunn zumandern leiten können. Der eine ,st gemeinlich höher als die andern/wclchcr/wens nötig/ fichergiessen/überlauffen vnd den Garten durch-feuchten muß. Die gutes Vermügcns seynd/ haben neben andern amGarten gebawete offene Gallericn/auch absonderliche ^usthauscr/dieofft besser als ihre Wohnhauser gezicret. Man findet in der Stadtneben dcn gemeinen Bürgerhäusern/ sehr viel köstliche palate /welchevon aussen nicht so hcrlich / als inwendig anzusehen scynd. Sie seyndalle nach der allgemeinen Perser art / theils von Dimcn/ Erde / m derSonnen gebackencn i thm's auch / als diefürnembstenvon gebrautenStemcn ins 4cckt/1. z. vnd 4. Fa6> oder Geschoß hoch auffgrführet.Vnd hat jeglich Fach seinen sonderlichen Mmen. Den Keller nen-nen sie Hrlcmm, das Vnterhauß Lksnc.daß darüber K.ulcbik, dasdritte 5?aule. das vierdte k^sker. Die offene Gemächer / vnd so obenheraußwcrtz mit niedrigen Gittern besetzet / nennen sie Liv-m. Diesefindet man bißweilen an allen 4. feiten des Hauses / vnd werden ,mheissen Sommer vmb dcn Wmd vnd kühle iufft zuhaben/abwechsels-,weift zu Schlaffkammern gebrauchet. Ihre Fenster/die meist so grofials die Thüren / vnd nut denselben herunter auffs Pflaster gehen / ha-ben kein Glaß / sondern nur höltzernc Gitter / welche sie des Wintersmit öhi gedrenckttm Papyr verklciben. Ihre Winterstuben haltm sieim Vntertheil des Hauses.

Es lehret ihnen allhier/gteich an andern Drten/da nicht viel Holtzist/ die??oth einen Forthril / fich m den Stuben warm zuhalten. Siehaben in der Erden em ?cnür, ist ein rund^och als em grosser Topff/in welchm fie glüenve Kohlen halten / über denselben aber setzen sie ei-nen nicdrigenStuhl odcrTisch/nut emcm breiten Tapet/so auff allenfeiten die Erde bedecket /beleget/ setzen sich herumb/stecken die Bemevmcr den^urN oder Stuhl / vnd bedecken den halben ^«b mit dem

^ Ta-

Garem vndwas dnrilin.

Baum.

Härrftr vndPalaaen.

lnvenkion

stch i'i war-inen.

'S-'