Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
Entstehung
Seite
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NacurviidLe-den der Tar-rern.

Kleidung derTariern.

Nafelöchernder Jungfern

Nahrung derTariern.

Der TarcernSpeise.

Religion derTarkern.

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AnderTheil derpersiamschm

vermuthen/ müssen allezeit jhrcr Myrscn oder Fürsten etliche abwcchselswcsse in Astrachan auff dem Schlosse als Gecssel verwahret vndbehalten werden.

Die Nagaischen / wie auch die Ehrimischcn Tariern seynd vomTeibe dicke vntersatzt / haben breite Angeflehter vnd kleme Äugen /schwartzgelbe Haut/die Manspcrsonen haben eingcschrumpcne Ge-sichter/wie alte Wecker/vnd wenig Haare am Barke/den Kopff las-sen sie glat bescheren.

Sie tragen alle lange Röcke theils von grawen Thuche/theils/sonderlich die Nagaien/Pcltze vnd Mützen von Schafffell/das raucheheraus? gckehret / die Wecker / welche von Angesicht nicht gar heßlich/tragen von Wasser Leinwand Röcke/ vnd gefallene runde Mützen sooben in emc Spitze zustimmen lauffcn/einer Sturmhauben Nicht vn-ehnlieh / seynd forne Mit Russischen Copcckcn gleich als Spangen be-setzt/ vnd behänget. Die erstgebornc wie auch etliche andere jhrerTöchter / welche/wenn sie noch in Mutterleibe durch ihre Eltern anGott oder gewisse Imam vnd Heiligen äevovircc vnd verlobet wer-den/tragen zmn Zeichen/daß sie dero Schlavcn vnd ergebene seynd/Ringe mit lurleois, Rubin oder Corallcn versetzt »n dem rechten Na-seloche/glcich die Knaben in den Ohren/Darvon bey bcschreebung derPerser/welche auch diesen Gebrauch Haben/Mit mehren sol gedachtwerden. Die Kinder gehen nackend ohne Hembde/vnd haben alledicke Bauche.

Ihre Nahnmg haben diese Tartcrn von der Viehezucht /Fisch -vnd Bogelfang. Ihr Rmdviche ist groß vnd starck / gleich dciti pol-nischen / die Schaffe haben gleich dm Persianischcn / grosse d ckeSchwentze/ so lautcrfett/ deren etliche 20. inzo. Psiind wegen/habenHangende Ohren wie tue Wasserhunde vnd erhabene krumme Nasen.Ihre Pferde seynd unansehnlich/ aber starck vnd sehr daurhafft. Siehaben auch Camele/aber wenig mit einen/sondern meist mit zweyenHökern auff denRücken/so sicLuZZur,die andern aber 1 nennen.

Ihre gemeine Speisen seynd an der Sonnen gedrögctcFische/so sie an statt des Brotes essen / Reiß vnd Hirse wird gcmahlck / zuKuchen gemachct/vnd m Ochlodcr Honig gebraten / Neben andernFleische essen sie auch von Cameicn vnd Pferden/trincken Wasser/Milch/ sonderlich halten sie die Pferdenulch für ein äclicac vnd gesundGeträncke/ Deswegen sie/als die Gesandten «nsmals ihre Hordenvnd -kager ziibesehn rkten / vns von derselben aus; einem Tcdern Sackezapffcten vnd zutrinckcn darreichcten.

Ihre Religion ist ^laklumetisch/worbcy sie nicht der Perser son-dern der Türckcn Lcrcmonicn gebrauchen. Etliche der Tarterii ha-ben den Russischen Glauben angenommen/vnd sich kcktffcn lassen.S«e stelletcn sich gegen vns sehr freundlich an / Einer von ihren Myr-scn oder Fürsten wolle den Gesandten zugefallen eine FalckenIagt

attstel-