Druckschrift 
Offt begehrte Beschreibung der newen orientalischen Reise : so durch Gelegenheit einer holsteinischen Legation an den König von Persien geschehen, worinnen derer Orter und Länder, durch welche die Reise gangen, als fürnemblich Rußland, Tartarien und Persien, sampt ihrer Einwohner Natur, Leben und Wesen fleissig beschrieben und mit vielen Kupfferstücken ... gezieret
Entstehung
Seite
166
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?o5ckul oderGeschenck ze-den.

ArglistigkettberSchreiber

Reichs vnd

Hoffkähtedes

Großfürsten.

1^6

7?cwe persianische

Hern vnd offtern Zutritt zu dcrHmschafft haben als andere / seyndauch empfindlicher/Eigensinniger vnd Inldlcnrer, als andere. Dar-umb man sie hoch rclpcÄircn, Nlit tieffgeneigtem Häuptc/vnd schwernieder gesencktcr Hand begrüjsen muß / offt nicht so wol darunib / daßsie einem gutes thun/ als böses vnkcrtassen sollen.

Man hat ingemem darjur gehalten/daß man bey den Russendurch GUt vnd Gaben/ welches Sie?c»lclrul nennen / alles mächtigwerden kan. Ich habe gleichwol erfahren /daß jtziger Zeit etliche sichdessen weigern / wiewol sie zufrieden seynd/daß man jhrcn Weibernvnd Töchtern die Verehrung zuschicket / auff daß Sie eine Vorbitteeinlegen; Aber auch etliche / durch derer Hand die meiste Verrichtun-gcngehen/sich durchauß auffkcincrlcy weise bestechen lassen. Welchesdann den 8c>1iciranrcn auch nicht licb/vorwendende/daß/da die Hennkolckul genommen/man noch etwas machtig werden können/ Nunman aber nichte geben darff/ bckömpt man auch nichts.

Die Schreiber / so in den Canceleycn auffwarten/nchmen in ge-mein gerne ?c>lcku1, durch welches man bißwcilcn auch die geheimstenSachen / so vntcr jhre Hände kommen / erfahren kan. Ja ctlichegc-hen offt selbst zu denen/da sie vermeinen jhr mcercüe daran gelegensey/vnd bitten die Sache zu cnmmumcil-en vmb ein gewisses Geldauß. Aber es gehet auch offt darbey grosser Betrug vor / dannweil sie wisscn/daß/wenns solle offenbar werden/jhncn grosse Gefahrdarauffstunde/ vcrkauffen sie eine erdichtete für eine warhaffte Sache/wie nur solche Exempel wol bckandt. Daß ich vntcr etlichen nur emesgedencke. Als ich vor a. Jahren in Mußeow in meines gnädigenFürsten vnd Henn Lxpcäuion em Großfürstlich Schreiben anI. F. Gn. wie auch eines an I. Churfürstl: Durchl: zu Sachsen be-kommen hatke/woltc ein Mnchmcr Mann wissen was doch darmncnenthalten. Es wurde jhm zwar eine Lopia von einem/ der seine Auft-wartung >n der Canccley hatte/m geheim zugestellet / vnd von demManne nur wieder communien-er, Als aber der Briefs hernach amgebärenden Orte rl-anzlacircc wurde/befand sich die Sache viel an-ders/als die in Vcrtrawllgkcit gegebene Lopia lautete.

Die Großfürstlichen Reichs vnd Hoff-Rähke/so sie Bojaren nen-nen/scynd meist die fürnemste Fürsten vnd Hencn des Landes / welchezwar eigene henliche Länder vnd -lcute haben/dürffen aber dieselbennicht in Person besitzen /sondern durch kaQorcn vnd Hauptleuke ver-walten lassen. Sie selbst müssen »n Mußeow / da sie jhre herzlicheIzris haben/wohnen/täglich zu Hoffe kommcn/vnd vor I. Z. M. dasHaupt schlagen/daher man desto weniger eine i-cbcllwnzuvermuthenhak. Zu vnser Zeit waren die Bojaren oder Hoff-Räthe folgende:

^ ». Kncs