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Belehrungen über gemeinnützige Natur- und Lebenssachen für allerley Leser : Ein Anhang zu dem Werke: Natur, Menschenleben und Vorsehung
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asten und neuen Zeiten, mehr Fabel» als vonirgend einem andern Vogel verbreitet sind.

Gemeiniglich geht es so, wenn sich die Ein.bildung mit der wahren Geschichte vermischt, daßalsdann die Beschreibung eines Thiers oder Vo.gcls, sowohl Falsches, als etwas Wahres ent»hält. So auch mit dem Kranich. Wir wol»len doch zum Vergnügen einige dieser Fabelnmitnehmen.

Der Kranich lebt mit seiner Gattin in un-verbrüchlicher Treue, und halt nicht mit meh-rere» Weibern. Daher die Fabel, daß sie ihrealten Aeltern ernährten, sich immer bey ihnenaushielten, sie liebkoseten, mit ihren Flügeln be-deckten , und sie sogar trügen, wenn sie die Fe.dem verloren hätten. Daher wurden sie denKindern als ein Bild zärtlicher Liebe gegen dieAeltern vorgestellt, und der Vogel hieß bey denRömern pia avi«, der das war

ihnen kindliche Liebe, ausübte.

Man erzählte ferner von den Kranichen, daßsie sich in ihrem Zuge die Beschwerlichkeit derReise auf eine scharfsinnige Art zu erleichternwüßten. Sie versammelten sich nämlich in gros-ser Anzahl, und stellten sich in zwey Linien, wel-che in einen Winkel liefen, an dessen Spitze sichder Anführer befände. Dadurch erhielten sieden Vortheil, die Luft auf eine leichte Art zuP theilen.