Briefe.
chcn unserer Abreise von Rom/ angekommen, undIhr geliebtestes Schreiben ist mir von dem Herrnvon Walmoden eingehändiget worden. DieseReise aber/ anstatt daß sie mich hätte belustigen sol-len/ bat mich ausserordentlich schivermüthig gema-chet/ und da es nicht möglich ist / mit der benöthig-tcn Bequemlichkeit dieselbe zu machen/ und fortzu-ftzen/ folglich kein Genuß ist: so ist für mich keinMittel/ mein Gemüth zu befriedigen und die Schwer-muth zu verbannen/ als' nach Rom zuriikzugehen.Ich habe mir von Augsburg an die größte Gewaltangethan/ vergnügt zu sein; aber mein Herz spricht»ei»/ und der Widerwillen gegen diese weite Reiseist nicht zu überwältigen. Der Genuß der Ruhewürde bei Ihnen/ mein Freund/ nur von kurzerDauer sein / und ich müßte auf meiner Rükreise inhundert Städten anhalte»/ und eben so oft vonneuem zu leben anfangen. Haben Sie Geduld mitmir, mein Freund! Da mir dieser mein sehnlicherWunsch vergället worden/ so bin ich überzeuget,daß für mich ausser Rom kein wahres Vergnügenzu hoffen ist/ da ich eS mit tausend Beschwerlichkei-ten erkaufen müßen. Mein Gefährte Cavaeeppibegreifet die Nothwendigkeit dieses meines Entschlus-ses; will aber dem ohnerachtet seine Reise über Des-sau bis Berlin fortsezen/ wo er sich nur ein paarTage aufzuhalten gedenket/ und sich Ihren BeistandauSbittet. Können Sie ihm einen Zutritt zum Kö-nige verschaffen, würde dieses dem Könige mehr alsihm vortheilhaft sein, da alle Statuen/ die neulichabgegangen/ und noch auf dem Wege sind/ von ihmerkaufet worden/ aber durch der Mäkler Hände ge-gangen/ so daß vermuthlich der König dieselben do-pelt so theuer bezahlen müßen. Es ist derselbe imStande/ mit alten Werken/ deren Besizer er selbstist, den ganzen Palast des Königs zu besezeu. Ich