Briefe.
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Erav von Moltke mir zu überbringen geiviirdiget,ist mir, je sehnlicher ich eS gewünschet, desto ange-nehmer gewesen, auch dadurch, daß es Gelegenheitgegeben, den würdigen Jüngling und dessen geschiktenBegleiter kennen zu lernen. Ich habe gesuchet, soviel es meine sehr eingeschränkte Zeit erlaubet, bei-den meine Bereitwilligkeit zu zeigen, und werde eSnicht ermangeln, ferner zu thun, wen dieselben nichtzu eilfertig gehen.
Unser Briefwechsel hat lange Zeit gestokt, undauf meiner Seite ist eine lächerliche, aber wahre Ur-sache Schuld daran, nämlich, daß icl> nicht mit mireins werden konte, wie ich Ihren Titel in französi-scher Sprache geben sollte; nachher ist es gegangen,wie ihre Prediger von der Buße sagen, daß siedurch den Aufschub schwerer wird.
Ich habe seit der Zeit meine niedrige Hütte auf-geschlagen, wo man mir wohl will, um in diesemLande der Menschlichkeit meine Jahre, ferne vomKriegsgeschrei und in Ruhe, zu genießen, und meinelezten Betrachtungen werden von der Kunst auf dieNatur gehen.
Unendlichen Dank bin ich Ihnen, thenresterFreund, schuldig für die umständliche, gelehrte undmir rühmliche Beurtheilung') der stofchischenArbeit, welche der Vorläufer ist von einer künftigenBeurtheilung eines größern und wichtigern Werks.Mit dieser Arbeit werde ich vielleicht von der gelehr-ten Welt Abschied nehmen, um in mich selbst einzu-kehren. Die Welt ist glimpflicher mit meinen Sa-chen verfahren, als sie es verdienen; ich soll michober auch erinnern des sa-
i) Im 7 B. 2 St. der Bibliothek der schönenKünste und Wissenschaften, S. 25ll> u. s.D a ß d o r f.