Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
142
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Vorläufige

der Gottheiten/ von verschiedener Größe gebildet.Jupiter/ Apollo und Juno haben die Ofnungder Augenlieder groß und rundlich gewölbet/ und en-ger als gewöhnlich in der Länge, um den Bogen der-selben desto erhabener zu halten. Pallas hat eben-falls große Augen/ aber die Augenlieder sind mehrals an jenen Gottheiten gesenkct/ um ihr einen jung-fräulichen züchtigen Blik zugeben; und hierin unter-scheiden sich ihre Köpfe von jenen der Göttin Noma,welche auch mit einem Helme bedeket sind/ aber einenfreiern und offenem Blik zeigen/ wie er der Her-scherin der Welt geziemte. VenuS hat die Auge»kleiner, und das untere Augenlied/ welches etwas indie Höbe gezogen ist/ bildet das Liebreizende unddas Schmachtende/ von den Griechen ge-nant. So gestaltete Augen unterscheiden die h i m-lische VenuS von der Juno/ und jene/ weil sieein Diadema wie die Königin der Göttinen hat/ istdaher von denen/ welche die Schönheit der alten Sta-tuen nicht näher betrachtet habe»/ für eine Junogehalten worden.

§. 69. Einige der neueren Künstler scheinen diealten übertreffen zu wollen/ indem sie sich vielleichteinbilden/ das homerische Beiwort 60-^-5, das derPallas gegeben wird/^) sei auf Ochsen aügenzu deuten; den an vielen ihrer Köpfe sieht man diehervorliegenden Augen fast aus ihrer Einfassung her-vorquellen. Solche Augen hat der neue Kopf der ir-rig vermeinten Kleopatra in der Villa Medici;^)welchen Richardson für alt hält/ so daß er ihn demErhabensten gleichstellt/ was die Kunst der Griechenhervorgebracht hat.

1) Ix. /u I. V. SSi. 563. Das Beiwort zeigt große, schöngewölbte Augen an, wie auch der Juno in der berühm-ten ludo visischen Büste gegeben worden. Meyer.

2) Nunmehr in Florenz. Meyer,