Beilage iv, z«r Seite 211.
Die erhobenen Arbeiten vom Parthenon/ ode,dem Palla Stempel zu Athen, haben vor allen andernKunstdenkmalen ans ter Evoche.des hohen St»ls den Vor,zug unwidersprechliclier historischer Beglaubigung, und verge,genwärtigen aus's Zuverläßigste den von P h i d i a s eingeführ,te» Gefclimak; den dieser Tempel ward, wie bekaiit, zurZeit des Phidias erbaut, und dieser Künstler hatte selbstdas große Bild der Göttin nebst andern toreutischen Werken darangearbeitet. Höchstwahrscheinlich werden auch die das Gebäudevon aussen verzierenden Bildwerke, wen nicht unmittelbar nachden Entwürfen des Phidias, doch unter seinem Einfluß undseiner Aussicht verfertigt sein, da er zu jener Zeit der tc,rühmteste und der vom Perikles am meisten begünstigteKünstler war. Ein aus acht Figuren bestehendes Basrelief,von dem die Cetta jenes Tempels aussen umgebenden Friese,befindet sich in Paris und ist durch Millin bekaiit ge>macht. 1) Andere Stüke eben daher find sdurch Lord E lginA»ach England gekommen, und einige, obwohl nicht die am be°sten erhaltenen, schmüken noch gegenwärtig die herlichen Trüni,mer des Tempels.
Sei die bewundernswürdige Statue der Amazone, imM u se 0 Pi 0 - C l e in e nti n 0 ZZ auch nicht von Pol» kl eteigenhändig verfertigt, sondern blos eine Covie seines berührn,ten Meisterstüks aus Erzt: dennoch kaii sie uns über dieKunst dieses große» Bildhauers unterrichten, weil sie ohneZweisel nahe um dessen Zeit und von einem ganz vorzüglichenMeister gearbeitet ist, da die technische Behandlung den Ge>genstand vollkommen gut und geistreich ausdrükt.
Dieser Amazone schließen sich, dem Geschniake der Ar>beit und folglich auch der Zeit nach, diejenigen Figuren ausder Familie der Niobe an, welche für urfprüngliche Sri,ginale gelten können. Der Grund, weßhalb wir jene be>
1) Aonuni. ant. inod. t. 2. pi. s. x. 4Z. ^Denkschriftüber Lord Elgins Erwerbungen in Grieche»,land. Leipz. 1817. S.Z
2) sS V. 2 K. 21— 22 §. unter den AbbildungenNuni. 82.1