Druckschrift 
5 (1825)
Entstehung
Seite
464
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Beilage.

erreichte, daß er selbst dem Furchtbaren nahe kam, so vier,ekicht, breit geschultert, gerade, gewichtig und sest austretenderscheint die Figur in ihrer Stellung. Vor Alters muß eSihr keineswegs an Schmuk gefehlt haben, wie deutliche Svu,ren von Nägeln beweisen, mit welchen vielleicht ehemals dieSchlangen von Erzt auf dem Brustharnisch befestigt waren.Gepuzt ist sie nicht; das Gewand hängt in nachlässiger un,ordnung um die Glieder, als habe die Gottin, indem sie nichtzugefallen, sondern zu imponire n suchre, alles Zierliche imAnzüge verschmäht. Die zweite Bemerkung ist, daß mandurchaus keine Bemühung »ach Massen und Mannigfaltigkeitin den Falten, und kein Streben, breite, ruhige Parthien denschmalen, häufig unterbrochene» entgegenzustellen, wahrnimt,wodurch dieser Sturz fich als ei» vor dem Phidias ent-standenes Werk zu bewähren scheint; den in allen Denkma-len, welche nach höchster Wahrscheinlichkeit aus der Zeit die,ses großen Meisters herrühren, bemerkt man zwar noch keineinalerifchcn, auf Licht und Schatten berechneten Massen; aberdoch eine» feineren Gefchmak, eine sorgfältigere Wahl undein Suchen des Schönen, so weit dasselbe dem Ausdruk vonGröße und göttlicher Erhabenheit zusagt.

Numero 74 der Abbildungen soll blos an diesesDenkmal erinnern, stch aber nicht anmaßen, einen deutlichenBegrif von ihm zu geben, da fie nur nach einem fluchtigen,das Denkmal nicht einmal bis auf die Füße vorstellenden Ent,Wurfe verfertigt ist.

Hieher gehört auch der Vierseitige Altar mit denThaten des Herkules im Museo Capitolino, dessen«ben im Z B. 2K. §. Note gedacht worden. Der brei,tere Faltcnschlag der Gewänder ist die Hauptursache, wodurchwir uns bewogen finden, die Arbeit an diesem Altare sür spä-ter als die des vorhin beschriebenen Sturzes zu halten.

Endlich müßte die große barberinische Muse,i>deren im SB. t K. 2S §. erwähnt wird, wen fie anders fürein Original anerkant würde, ganz zulezt in diesem Zeit-räume entstanden sein, als der hohe Styl stch schon beinahevöllig ausgebildet hatte; den der herliche Kovf hat nicht alleineinen großen Charakter, sondern er ist auch schön: die Haaresind mit vielen, Geschmake, sast wie beim Apollo von

t) Mnter den Abbildungen Num. S7.Z