Druckschrift 
5 (1825)
Entstehung
Seite
457
Einzelbild herunterladen
 

Numero n. 4-5?

welches bis auf ein paar Finger breit nahe an den Hals her-antritt/ aber selbst auch nicht breiter ist, und vom Unter»gewand dasjenige Stük zu sein scheint, welches über dem.Brustbaruifch sichtbar wurde; den ohne Zweifel war dieserKopf ursprünglich einer Figur eingefügt. Die Haare tretenunter dem Helme etwa fingersbreit hervor; anliegend verbreitten sie sich wellenförmig nach den Schläfen zu, nebe» wel-chen breite flache Loken herunterhängen, die an ihren Endenoder Svizen umgebvgeu sind. Zwar ist nur der Anfang die«fer Loken antik und das Übrige ergänzt, allein man bemerktnebe» den Ohrläpchen die Stelle, wo sie an der Wange an-gelegen. Hinter den Öhren fallen längere Haarloken, derenEnden ebenfalls ergänzt worden, bis auf die Schulter« herab,und im Naken kommen sie unter dem Helme hervor; sie sindaber wieder zurükgenominen. Der Helm an sich ist rund, anden Kopf anschließend, ohne Norspruug und hat über derStirn einen schön ausgearbeiteten Rand. Oben aus demHelme kaii man noch acht Spuren zählen, wo Füße vo»Pferdefiguren gefessen; und an den Seiten sind noch ein PaarGreife übrig geblieben. Andere Zieraten scheinen durch mo-dernes überarbeiten weggenommen, als der fehlendeHelmbuschergänzt wurde. Das Gesicht hat, ausser an der Nase, derenI Svize ergänzt ist, nicht gelitten.

Diesem Denkmale möchte» wir das Vasrelief des Kal-limachos im Museo Capitolino folgen lassen. SeineFiguren, niit denen der angeführten B ru »»e n mü n du ug,oder an dem dreiseitigen borghesische» Altar ver-glichen, zeige» mehr Bewegung, mehr Zierlichkeit und über-haupt richtigere Verhältnisse. Den Kopf zum Maßstab ge-nommen, beträgt jede Figur wenigstens siebenmal die Lä»gedesselben, da hingegen die Figuren auf der B ru u neu Mün-dung nicht über 6 eine halbe Kopfslänge habe». Die Ge>lichter, obwohl Mund und Augen nach den äussern Enden hinimmer »och ein wenig aufwärts gezoge» sind, erhielten imGanzen regelmäßigere Züge; die Wangen sind voller, dieWangenknochen etwas »mehr erhoben. Daher erscheinen dieAugen tiefer liegend uud erhalten mehr Schatte». Die Be-handlung ist etwas freier, uud iu der Figur des Fau » s istdas bekaüte Ideal dieser Gattung von Wesen schon in ziem«sich charakteristischer Ausbildung dargestellt. Nach einer treu-en Zeichnung sieht man die gedachte Figur bei der VignetteNumero 8 der Denkmale.

Winckelma». 5. 20