Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
215
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Werke der Kunst.

Z. 18. Ich tadle dadurch nicht die Glätte einerStatue^ da ße zur Schönheit viel beiträgt/ ohn-enchtet ich sehe/ daß die Alten das Geheimniß er-reichet habe»/ eine Statue blos mit dem Eisen aus-zuarbeiten/ wie am Laokoon geschehen ist. ES istauch in einem Gemälde die Sauberkeit des Pinselsein großer Werth desselben; dieses muß aber vonVerschmelzung der Tinten unterschieden wer-den; den eine baumrindenmäßige Fläche einer Sta-tue würde so unangenehm sei»/ als ein blos mitVorstpinseln ausgeführtes Bild / sowohl in der Näheals in der Ferne. Man muß mit Feuer entwer-fen und mit Phlegma ausführen. Meine Meinunggehet auf solche Arbeiten/ deren größtes Verdienstder Fleiß allein ist/ wie die aus der berni Ni-schen Schule in Marmor/ nnd die von Denn er,Seybold und ihresgleichen auf Leinewand.

§. 19. Mein Leser! eS ist diese Erinnernngnöthig. Den. da die mehresten Menschen nur au derSchale der Dinge umhergehen; so ziehet auch dasLiebliche/ das Glänzende unser Auge zuerstan / und die bloße Warnung vor Irrungen, wiehier nur geschehen könne»/ machet den ersten Schrittzur Kentniß.

K. 20. Ich habe überhaupt in etlichen Jahrenmeines Aufenthaltes in Italien eine fast tägliche Er-

kommene Politur gleichfalls für eine» Vorzug der ?lntiken, (prus, p, >z.) nicht zwar, weil die neuer» Künstlersie nicht leicht erreichen ko»te», sondern vielniehr, weilsie sie nicht erreichen wollte»/ weil sie es für über-flüssig hielten. Lessing.

1) In so fern nämlich die Schönheit durch das sittlicheWohlgefallen für das Auge, welches eine so vollendeteBehandlung der Oberfläche erreget, befördert wird. Fern ow.