Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

zn den Anmerkungen. ^9

§. 13. Ich hatte mich auch an eben diesemDrte deutlicher erklären sollen über das Drechselnder Figuren in Elfenbein/ welches nach meinerMeinung diejenige Kunst ist, die die Alten Toreu-tice nennen, in der sich PhidiaS vornehmlich her-vorgethan bat. ES ist bekant, daß erhobene Arbei-ten in ziemlicher Größe in neuern Zeiten von El-fenbein auSgedrechselt worden; eS können aber keineuntergegrabene Figuren herausgebracht werden, dendas Eisen kan nur auf der Oberflache arbeiten.Wollte man sich also vorstellen, PhidiaS habe dieStatuen, die er stükweis aus Elfenbein zusammen-gesezet/ auf der Drechselbank gearbeitet: so mußich gestehen, daß dieses z. E. von dem Kovfe ^inerFigur, so weit die Kunst zu unseren Zeiten gelan-get, nicht begreiflich genug ist. Den wen man sichden Kopf, obgleich vorher aus Stükcn zusammen-gesezet, im Drechseln völlig vorstellen muß : so würdevorauszusezen sein, daß sich der Kopf beständig un-ter dem Eisen beweget habe, und dennoch könnendie schrägen Tiefen nicht auSgedrechselt werden,sondern es muß hier mit dem Meißel gearbeitetsein. >)

§. 19- In eben dem Theile und Kapitel könteauch die Erinnerung über die Irrung angebrachtwerden, worin mit dem BerkeliuS vielleicht Anderesein mögen;-) daß man zu Augnsti Zeiten aller-erst angefangen habe, auf der Mauer zu malen,wovon der Erfinder ÄudiuS sei. Dieses hat ge-dachter Seribent ans einer mißverstandenen Nach-richt deSPliniuS gezogen:^) den dieser saget nicht,

j) sMari vergleiche G- d. K. 7 B. l K. 6 §. Am klarstenist hievon gehandelt in dem Werke:

2) ZVot. Ilrk. V. n. öl.

3) plin. !. Z5. c. lo. sect. Z?.

Winckelman. 2. 3