Aiese kleinerett Aufsäze, die Winckelman in denerste» Jahren seines Ausenthaltes in Rom, von 1756 bis175?, verfaßt hat, und welche zuerst in der Bibliothekder schonen W i sse n sch ast en u n d d e r sr ei e n Kü n steerschienen, sind als, Studien xu semen nachherigen große,ren Arbeiten zu betrachten, denen er auch die hier zuerstgefaßten Ideen meistens wieder eingewoben hat. Was inden Schriften über die Nachahmung noch unentwikelr,wie im Keime, ruht, entsaftet sich hier, belebt durch das An-schauen der alten Bildwerke; und es ist merkwürdig, wuWinckelman bei aller Schriftgelehrsamkeit, die er ausDeutschlaiid »ach Rom brachte, doch dem natürlichen Triebeseines Kunststnnes folgte, und sich in der ersten Zeit ganzder Betrachtung der vorzüglichsten Kunstwerke iiberließ/ umzuvörderst ihren Charakter treu aufzufassen. Durch diesesVerfahren ward es ihm in kurzer Zeit möglich, in das Chaos,welches auf dem Gebiete dieser Wissenschaft, deren Begrün-der er werden sollte, bis dahin geherscht hatte, Licht undOrdnung zu bringen; die Verschiedenen Arten des St»ls nachihren charakteristischen Merkmalen zu bestimmen, und dieIdee zu seiner classischen Geschichte der alten Kunstso richtig zu fassen, daß darauf das Gebäude derselben füralle Zeiten, wie auf einem unerschütterlichen Grunde, ruhet.
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