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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
Seite
362
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20.

Linie Rehberg (-Wustrau).

(Tafel XXI.)

1. Philipp Julius.

1662«1712.

(Siehe Taf. XVII. 12, Vater von No. 2 bis 9.)

geboren zu Ihlenfeld in Meklenburg 7. October 1662, trat zuerst in dänische Kriegsdienste, später in Hessische,woselbst er bei dem Dragoner-Regiment Feldmarschall Graf von der Lippe den Feldzug in Brabant, 1691als Capitain, 2 ) dann als Major mitmachte. Als Oberstlieutenant nahm er den Abschied und gingauf seine Güter nach Pommern.

Die von seinem Yater ererbten Güter Wittstock 3 ) und Neuendorff, 4 ' nebst dem vermuthlichvon seiner Mutter herrührenden Besitz in Ducherow, 5 ' hatte er unter Zustimmung seines Bruders JohannBogislav (Taf. XX. 1) bereits 1689 an den Generallieutenant Dettlof von Schwerin (Taf. X. 23) 6 > für8000 Thaler verkauft; 7 ) und um dieselbe Zeit wahrscheinlich auch das Meklenburgische Gut Ihlenfeld. 8 )Dagegen hatte er im März 1699, nachdem ihm Jürgen Christoph von Schwerin (Taf. VIII. 56) alsnächster Agnat bereits am 16. September 1698 seine Rechte abgetreten hatte, und nach langwierigen Pro-zessen gegen anderseitig erhobene Ansprüche, die in der Mitte des Jahrhunderts abhanden gekommenenalten Familien-Lehen, nemlich die Lantzkronschen Güter: 9 ) Lantzkron, Rehberg, Janow und Neuendorff, 10 )nebst Bartow, aus den Händen der von Anrieppeschen Gläubiger für 13000 Thaler wieder eingelöst. 11 ) Erübernahm diese Güter vollständig wüst; 12 ) auch das Schloss zu Lantzkron 13 ) war so verfallen, dass es nichtmehr bewohnbar war. Er erbaute daher 1699 ein Haus in Rehberg, woselbst er seinen Wohnsitz nahm,und war eifrig bemüht, aller Orten die Felder wieder urbar zu machen.

Durch Hagelschlag und Feuersbrünste wurde er mehrfach in seinen Bestrebungen aufgehalten, undendlich wurden die trotzdem wieder in guten Stand versetzten Güter 1711 durch den nordischen Krieg vonNeuem arg verwüstet. Erst sogen die Sachsen das Land aus und dann trieben die Russen ihr Unwesenmit Rauben und Morden, Sengen und Brennen, so dass Philipp Julius, welcher an der Wassersucht krankdaniederlag, sich entschloss, der Aufforderung der ihm verschwägerten Familie von Hahn Folge zu leisten

1) Auf der Stammtafel steht fälschlich 1659. Das richtige Datum der Geburt ergiebt sich aus dem Kirchenbuche zu Iven,in welchem das Datum des Todes mit genauer Angabe des erreichten Lebensalters verzeichnet ist. 2) 1694 wird er Rittmeistergenannt und befand sich noch in Brabant. Nach Lehn-Acten im Archiv zu Schwerin, betr. Gutzkow. 3) Vgl. auch bei Taf. X.32 und XII. 5. 4) Jetzt Neuendorff a benannt. Vgl. Anm. 7 auf S. 226, auch bei Taf. VI. A. 29. 5) Vgl. bei Taf. XIII. 13.6) In dessen Vollmacht schloss desselben Bruder Ulrich (Taf. X. 22) den Kaufvertrag ab. Stettiner Appellat.-Gericht Tit. VII.Sect. 56. 7) Als Grund dafür geben alte Familien-Nachrichten an: da ihm hier wahrscheinlich die Communion, in der er überallmit seinen Besitzungen steckte, nicht anstand. 8) Nach Ledeburs Preuss. Adelslexikon war Ihlenfeld bis 1690 in SchwerinschemBesitz. Vgl. bei Taf. XIII. 13. 9) Ueber die Schreibweise Lantzkron oder Landskron siehe bei Taf. VIII. 9 und 19, aufS. 165, 166 und 172. In neuerer Zeit zeigte die bei dem dortigen Vorwerk angebrachte sehr alte Ortstafel den Namen: Lantz-krone, und in dem Hausbuch findet sich ebenfalls stets die Schreibart: die Lantzkron'schen Güter. Auch der gegenwärtige Be-sitzer (No. 25) schreibt daher so. 10) Jetzt Neuendorff b benannt. 11) Vgl. bei Taf VIII. 48. 12) Janow hatte seit dem 30jäh-rigen Kriege ganz wüst gelegen. 13) Vgl. bei Taf. VIII. 9 auf S. 165.

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