Druckschrift 
2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

24, Graf Carl Alexander.

1824.

(3. Sohn von No. 18, Vater von No. 27 bis 33.)

geboren zu Wolfshagen 7. August 1824, widmete sich der Landwirthsch-aft und übernahm 1852 von seinemVater die Güter Mildenitz mit Carlslust, und Krekow mit Schillsversteck in Meklenburg-Strelitz, zu denener 1858 aus der väterlichen Erbschaft noch die Güter Gross-Daberkow und Hornsliurrah erhielt; inFolge brüderlichen Vergleiches erwarb er 1861 auch noch das Stammgut Wolfshagen, 1 * sowie die zuHornshurrah gehörige Forst. 1863 verlegte er seinen Wohnsitz, den er bis dahin in Mildenitz genommenhatte, nach dem Schlosse zu Wolfshagen. Seinen Antheil anSpantekow, den er durch Kauf noch vergrösserthatte, hat er 1872 an den Grafen von Zieten - Schwerin auf Wustrau und Janow (Taf. XXI. 25) verkauft.

Am 11. August 1846 ward er, nachdem er seiner einjährigen Dienstpflicht bei dem Garde-Dragoner-Regiment genügt hatte, Lieutenant der Landwehr-Kavallerie (Bataillon Prenzlau, 24. Landwehr-Regi-ment), ward 1861 Premier-Lieutenant, nahm 10. August 1867 den Abschied als Rittmeister mitder Berechtigung zum Tragen seiner bisherigen Uniform. Seit 17. September 1855 ist er Ehren-Ritter und seit25. Juni 1867 Rechts-Ritter des Johanniter-Ordens; für seine Thätigkeit als solcher während desKrieges gegen Frankreich 1870/71 erhielt er das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weissen Bande. Zu der1854 von seinem Vater gegründeten Stiftung zur Unterstützung alter Krieger aus den Befreiungskriegen er-richtete er 1865 als National-Dank noch eine Zusatz-Stiftung für deren hinterlassene Wittwen und Waisen.Graf Carl wurde 1874 Kreistags-Abgeordneter und ist auch Mitglied des von SchwerinschenFamilienraths.

Vermält zu Dresden 9. November 1850 mit Gertrud (Hertha) Charlotte von Kostitz und Jäncken-dorf, geboren 9. November 1827, Tochter des Königlich Sächsischen Wirklichen Geheimen Raths Julius.Gottlob von Nostitz und Jänckendorf und der Luise Erdmuth Charlotte geb. von Rex-Thielau.

Die Bildnisse des Grafen Carl und seiner Gemalin befinden sich im Schlosse zu Wolfshagen.

25. Graf Wilhelm Stanislaus Hermann.

1827.

(4. Sohn von No. 18, Vater von No. 34 bis 41.)

geboren zu Wolfshagen 6. März 1827, besuchte das Cölnische Realgymnasium zu Berlin, trat in das Regi-ment der Gardes du Corps ein, ward 23. October 1845 Seconde-Lieutenant, trat wegen im Diensterlittener Verletzungen im Winter 1848/49 zur Landwehr über und schied 1850 als Ganz-Invalide aus.Aus der väterlichen Erbschaft übernahm er 1858 Fürstenwerder, Hildebrandshagen, Bülowssiegeund Wilhelmshain in der Uckermark, sowie Göhren und Georginenau in Meklenburg-Strelitz; 1863erbte er von der Gräfin Sophie Schwerin geb. Gräfin Dönhoff (No. 16) die Skandauer Güter in Ost-preussen, zu denen er 1864 noch das angrenzende Gut Kudwinnen erwarb, verkaufte aber diese ost-preussische Begiiterungf 1874 an die Gräfin Marie Dönhoff geb. Gräfin Schwerin (Taf. XVIII. 53). Denihm zugefallenen Antheil an Spantekow verkaufte er 1866 an den Grafen von Zieten-Schwerin (Taf. XXI.25). Sein Wohnsitz ist abwechselnd Göhren und Neu-Strelitz.

Seit dem 28. März 1863 Königlicher Kammerherr, seit 17. Januar 1857 Ehren-Ritter und seit25. Juni 1867 Rechts-Ritter des Johanniter-Ordens, wirkte er während der Feldzüge 1866 und1870/71 als Ordens-Delegirter bei der freiwilligen Krankenpflege, und erhielt 1867 den Königlichen Kronen-Orden 3. Klasse mit Johanniterkreuz, am 9. März 1871 das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weissen Bande,und vom Grossherzog von Meklenburg-Strelitz 1872 das Comthur-Kreuz der Wendischen Krone.

Auf der zu Berlin am 21. Januar 1861 abgehaltenen Familien-Versammlung wurde er, in Gemeinschaftmit dem Grafen Leonhard von Schwerin a. d. H. Schwerinsburg (Taf. XII. 47), Seitens der Familie mitder Herstellung einer urkundlichen Geschichte des Geschlechts von Schwerin betraut, und ist seitdem inweiterer Gemeinschaft mit dem Königl. Geheimen Staatsarchivar und Archivrath Dr. Ludwig Gollmert zuBerlin an der Herausgabe dieses vorliegenden Werkes betheiligt.

1) Graf Carl erbaute das dortige Erbbegräbniss, wohin auch die im Krekower Erbbegräbniss ruhenden Familienglieder1861 übergeführt wurden.

341

86