erhielt. Schon seit 18. October befand er sich als Adjutant bei dem General von Horn, wurde am 1. Januar1814 zur Adjutantur versetzt, ging am 2. Januar bei Caub über den Ehein, und zeichnete sich bei LaChaussee, Montmirail, Chäteau Thierry, Laon und vorzüglich bei La Ferte-Gaucher aus. Auch in der Ent-scheidungsschlacht auf dem Montmartre vor Paris (30. März) kämpfte er mit und wurde am 13. April 1814zum Major und Kommandeur des Westpreussischen Grenadier-Bataillons ernannt, nachdem ihm bereits zuvorder Russische Annen-Orden 2. Klasse und der Wladimir-Orden 3. Klasse verliehen waren. Nachbeendigtem Feldzuge nahm er am 23. Mai 1814 seinen Abschied, um nunmehr in der Verwaltung derväterlichen Güter jene Thätigkeit zu beginnen, in welcher er fortan mit nie ermüdendem Eifer und ge-segnetem Erfolge bis in das späteste Greisenalter wirkte.
Durch den Tod seines Vaters 1819 und den seiner beiden letzten unvermält gebliebenen Brüder, Ottound Louis (No. 9, 12), 1826 und 1827, war er in den alleinigen Besitz der gesammten WolfshagenschenGüter gelangt, welche durch ihn beträchtlich vermehrt und zu neuer Blüthe geführt wurden. Die Anlagevon 8 Vorwerken, welche er zum grossen Theil aus Forsten und abgelösten bäuerlichen Ländereien schuf,ist auch insofern bemerkenswerth, als er ihnen die Namen der Feldherrn gab, unter denen er so rühmlichgefochten hatte. Es sind dies in der Uckermark die Güter: Yorksthat, Gneisenau, Kleisthöhe und Bülows-siege; in Meklenburg: Blüchersvorwärts und Hornshurrah, 1 ) sowie die zu Mildenitz und bez. zu Krekowgehörigen Bauergüter Scharnhorst und Schillsversteck. Dazu kaufte er 1840 die Güter Lemmersdorfim Prenzlauer Kreise und Göhren, 3 » — woselbst er ein stattliches Schloss erbaute — sowie 1841Georginenau, die beiden letzteren in Meklenburg-Strelitz belegen. 1833 fiel auch ihm ein Antheil andem zu jener Zeit wiedererworbenen alten Familien-Lehen Spantekow zu. 3 »
Ausserdem erwarb er durch seine Verheirathung dieTamselschenGüter in der Neumark: Tamsel 4 )mit Eichwerder, Warnick und Buschschäferei (später Gernheim).
Seit 18. Februar 1835 Eitter des Johanniter-Ordens, schloss er sich nach der Eeorganisationdieses Ordens dem Brandenburgischen Provinzial-Verbände an, wurde zum Mitgliede des Convents erwähltund erlangte 25. Juni 1854 die Würde als Eechts-Eitter.
König Friedrich Wilhelm IV verlieh ihm am 15. October 1840 den Stern zum Eothen-Adler-Orden 2. Klasse, 5 » ernannte ihn 26. October 1844 zum Oberst, beehrte ihn im Herbst 1846 mit einempersönlichen Besuche in Wolfshagen, 6 ) ernannte ihn 3. August 1850 zum Ehren-Senior des eisernenKreuzes 2. Klasse und endlich am 17. December 1853 zum Generalmajor.
Ein treuer Diener seines Königs, ein liebevoller Herr seiner Untergebenen, ein stets bereiter Helferund Berather aller Hülfsbedürftigen, unermüdlich in der Erfüllung seiner Pflicht, weithin geehrt und geliebt,starb er — an Gütern und Ehren reich — sanft und schmerzlos am 6. August 1858 auf seinem Schlossezu Wolfshagen, im 83 sten Jahre seines thätigen Lebens. 7 )
Seine dankbaren Söhne errichteten ihm 1861 ein Standbild im Schlossgarten von Wolfshagen.
Er hatte sich vermält 4. Juni 1816 zu Wolfshagen mit seiner Nichte Eosalie Ulrike Gräfinvon Dönhoff, einer Tochter seiner Schwester Sophie (No. 10). Sie war 3. October 1789 zu Wolfshagengeboren, erbte von ihrem Vater die Tamselschen Güter, lebte als Wittwe zu Wolfshagen und starbdaselbst im 74. Lebensjahre am 8. August 1863; eine Frau von ernstem, tiefem, gediegenem Geist undCharakter. 8 >
Die Bildnisse des Grafen Hermann und seiner Gemalin befinden sich im Schlosse zu Wolfshagen.
1) Die beiden letzteren sind jetzt in das eine Gut Hornshurrah zusammengelegt. 2) Vgl. Anm. 13 auf S. 310. 3) Vgl.
Taf. XII. 11 und Taf. XXI. 25. — Zur Erinnerung an die Zurückerlangung dieses alten Familienbesitzes liess er im Park von
Wolfshagen eine Denksäule mit bezüglichen Inschriften errichten. Auch für seine in den Freiheitskriegen gefallenen Mitkämpfer
liess er daselbst ein geschmackvolles Denkmal aufstellen. 4) In Tamsel setzte er 1840 zur Erinnerung an die vor 100 Jahren
erfolgte Thronbesteigung Friedrichs des Grossen, welcher als Kronprinz oft in Tamsel geweilt hatte, ein schönes Denkmal. Vgl.
Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, 2. Theil, S. 59, 504 u. a. 5) Den Orden selbst hatte er bereits
19. Januar 1840 erhalten. Militär-Wochenblatt vom 25. Januar 1840. 6) Des Königs Trinkspruch bei dieser Gelegenheit
lautete: Zum Ersten: Heil dem edlen Geschlechte, das aufopfernde Helden erzeugt, die Noth und Tod nicht scheuten! — Zum Zweiten'.Heil dem Manne, der unter der Last eines Heldennamens nicht erliegend, sich dreist und selbstbewusst unter den Schatten eines PragerBanners stellen mag, und der nach ausgefochtenem rühmlichen Kampfe, nun schon länger als 30 Jahre, dem Adel und dem Volke einanderes Banner vorträgt, — das Banner heiliger Treue, edelster Pflichterfüllung und unbefleckter Ritterschaft! — Zum Dritten: Wohlallen Denen, die dieses Mannes Gastfreundschaft gemessen! 7) Seiner vielen Bauwerke letztes war die schöne Kirche zu Wolfshagen,deren erstes Geläute nach der Weihe, die er noch erlebte, zu seiner Bestattung erklang. 8) Ihre Schwester, Frau von Romberg,nennt sie in dem oben erwähnten Lebensbilde der Gräfin Sophie Schwerin (No. 16): die demüthigste Blüthe in unsrem Schwestern-kreise und sagt dann u. A. von ihr: Wenige haben dies duftende Veilchen, das sich so gern unter den dichtesten Blätterschatten verbarg,gekannt und erkannt. — Die ihr aber nahe gestanden, haben den kräftigenden und wohlthuenden Hauch, der von ihrem stillen Wesen aus-ging, in vollen Zügen in sich eingesogen.