als Knabe befindet sich in Wolfshagen. Den vom Vater kurz zuvor ererbten Besitz der WolfshagensehenGüter hatte er wol noch nicht angetreten. Derselbe ging auf seinen Bruder (No. 8) über.
7. Gräfin Amalie Wilhelmine.
1734—1784.
(4. Tochter von No. 1 [2. Ehe].)
geboren zu Wolfshagen 29. Januar 1734, vermalt zu Wolfshagen 12. Juli 1750 mit Carl Leopold Gott-fried Grafen von Schmettow auf Stonsdorf und Langenöls, des Johanniter-Ordens Ritter (geb. 1722f 1776), als dessen Wittwe sie 29. Januar 1784, grade 50 Jahr alt, zu Berlin starb. Sie ward zu Wolfs-hagen beigesetzt, woselbst sich im Schlosse auch ihr und ihres Gatten Bildnisse befinden.
8. Graf Otto Alexander.
1737 — 1819.
(3. Sohn von No. 1 [2. Ehe], Vater von No. 9 bis 18.)
geboren zu Berlin 20. März 1737, trat 1752 beim Kürassier - Regiment Prinz von Preussen No. 2" zuKyritz in die Armee, ward 1755 Lieutenant, machte den siebenjährigen Krieg mit; insbesondere dieSchlachten bei Lowositz (1. October 1756) und Kollin (18. Juni 1757), in welcher letzteren ihm ein Pferdunter dem Leibe erschossen wurde; ferner die Blokade von Schweidnitz (1758) und die Schlacht bei Zorn-dorf (25. August 1758). In der Schlacht bei Kunersdorf (12. August 1759) gerieth er, schwer verwundet, 2 'in Oesterreichische Kriegsgefangenschaft, wurde nach Königsberg gebracht und später zu Cöslin ausgewechselt.1761 nahm er den Abschied und lebte seitdem noch 58 Jahre lang auf seinen Gütern zu Wolfshagen, derenBewirtschaftung er sich völlig widmete. 31 Seinen redlichen und unausgesetzten Bemühungen gelang es,diesen Besitz in den schwierigsten Zeiten und Verhältnissen, wie sie namentlich die auf den siebenjährigenKrieg folgenden Jahre mit sich brachten, seiner Familie zu erhalten. Bis zuletzt im vollen Besitz seinergeistigen Kräfte, wenngleich in den letzten Jahren erblindet, starb er zu Wolfshagen im fast vollendeten82 sten Lebensjahre am 17. März 1819.
Durch den Tod seines Bruders (No. 6) war er in den Besitz der Wolfshagensehen Güter gekommen,von denen er das Gut Mildenitz durch Einziehung der dabei belegenen Bauerhöfe vergrösserte. Dazu er-warb er 1765 4) von Henning Conrad Friedrich von Dewitz das Gut Gross-Daberkow für 32000 ThalerGold, als ein seinem Hause zustehendes Lehn. 5 ) Seine Gattin brachte ihm das Gut Krekow in Meklenburg-Strelitz als Mitgift zu.
Vermalt hatte er sich zu Krekow 10. December 1762 mit Sophie Dorothea von Bissing, Tochterdes am 8. April 1762 verstorbenen Königl. Preuss. Generalmajors und Chef eines Dragoner-Regiments,Ludwig Wilhelm von Bissing, Erbherrn auf Loeberitz, Rödgen und Wadendorf in Sachsen, Erbauer desSchlosses in Krekow, und der Christine Sophie geb. von Lehsten a. d. H. Dölitz. 6 ) Sie war geboren zuGross-Milzow 18. November 1733, Allodial-Erbin von Krekow, starb zu Wolfshagen 31. Januar 1801, bei-gesetzt zu Krekow und später in das Wolfshagener Erbbegräbniss überführt. Sie war eine vortrefflicheFrau, unermüdlich in stillem Schaffen und Wirken. 7 )
Von den 10 Kindern dieser Ehe — 8 Söhnen und 2 Töchtern — überlebten nur 3 Söhne (No. 9, 12,18) und die beiden Töchter (No. 10, 14) den Vater.
Die Bildnisse des Grafen Otto Alexander und seiner Gemalin, sowie auch der Eltern der Letzteren,befinden sich im Schlosse zu Wolfshagen.
1) Seit 1758 Regiment Prinz Heinrich. 2) In einem Briefe des Majors Heinrich Georg von Blumenthal vom selben Regi-
ment an dessen Vater, den Minister, vom 16. October 1756 aus dem Lager bei Struppen wird Otto Alexander als todt bezeichnet.
3) Die handschriftlichen Aufzeichnungen seiner Enkelin, der Gräfin Cecile Dönhoff: Einzelne Züge dus dem Leben Otto Alexanders Grafen
Schwerin befinden sich in Wolfshagen und sind abschriftlich mehrfach in der Familie verbreitet. 4) Vergleich vom 25. April1764. 5) Vgl. Anm. 8 auf S. 332. 6) Diese war vorher Wittwe des Königl. dänischen Generallieutenants Ulrich Otto von De-
witz (f 1721). 7) Gräfin Cecile Dönhoff a. a. 0.: Wollte es mir doch nur gelingen, auch nur den schwächsten Begriff von dieser theuren
Verklärten zu geben! Ihr Bild steht noch so klar vor meinem Blick, und immer bleibt es als sinnbildliche Darstellung des rein weiblichen
Werthes meinem Sinn gegenwärtig; die wahre Häuslichkeit kann ich mir mir mit ihrer Form bekleidet denken. — — Ich kann den stillenZauber nicht nennen, der ihre sanften Züge verklärte. — Nie war vielleicht ein Gemüth so leer von aller Selbstsucht.